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  10.09.2007 Lauterbrunner Breithorn Norwand
Geschrieben von: Zwerggäuer - 13.09.2007, 21:45 - Forum: Schweiz - Keine Antworten

Lauterbrunner Breithorn Nordwand (3785m) – 08.09. bis 10.09. 2007

Am späten Samstagvormittag ging’s los Richtung Berner Oberland. Diese standen im Hochdruckeinfluss, nachdem es in der vorherigen Woche Neuschnee gegebenen hatte. Dies ließ uns auf gute Nordwand- Verhältnisse hoffen. Am gleichen Tag sind wir vom Parkplatz in Stechelberg auf die Schmadrihütte (2260m) aufgestiegen und haben dort übernachtet.


Zustieg

Abmarsch war um 5 Uhr. Zunächst steigt man ab und läuft auf dem Wanderweg zum Breithorn Gletscher, welcher direkt unter die Nordwand führt. Den Gletscherbruch umgeht man am besten am linken Rand. Nach ca. 2,5h erreichen wir den Einstieg am ersten Felsriegel.


Nordwand

Zunächst sind wir links am Felsriegel 500mH die Gully-Route aus dem Jahre 1978 von Gresnigt und Naar gegangen.

Die erste SL beginnt gleich etwas heikel, mit dünner Eisauflage aber dafür wenig Kontakt zum plattigen Fels, direkt über dem Bergschrund. Weiter oben wird das Eis besser. Am sinnvollsten ist es den Stand rechts unterhalb einer ca. 10m langen und senkrechten Eispassage im Eis anzubringen.


[Bild: 5_Bini_mix_1.jpg]

[Bild: 5_1SL_3.jpg]


Nach dünner Eisauflage in der ersten, bietet die zweite SL senkrechtes Eis mit mäßiger Qualität. Das Führungs-vergnügen war diesmal auf Stefans Seite. Respekt nochmal du alter ice climbing jedi! Danach folgt Gelände in 55° steilen, teils gutem Firn, teils unverbundenem Neuschnee. Immer wieder sind jedoch kurze Steilstücke zu überwinden.

Wegen schlechten Verhältnisse im zentralen Wandteil wichen wir links-haltend Richtung oberen Breithorn Gletscher aus. Danach sind wir rechts-haltend etwa 250mH die Chervet-Rippe aufgestiegen. Die letzten 300mH geht es rechts von der Chervet- Rippe und etwas links der Gipfelfalllinie die Eisflanke der Welzenbach hinauf auf den Gipfelgrad.

Nach der zweiten SL entschieden wir uns das Seil wegzulassen, was auch relativ gut machbar ist. Dennoch muss man sehr aufpassen, denn der Schnee ist zwar teilweise sehr gut verfestigt, doch gibt es immer wieder mixed Passagen in brüchigem und unverfestigtem Schnee und Eisaufschwünge mit etwa 70° zu überwinden. Also nicht unbedingt easy Gehgelände!


[Bild: 5_Bini_schnee_1.jpg]


Gegen 2 Uhr sind wir dann „etwas geplättet“ (um nicht zu sagen, dass die letzten Meter die totale Schinderei war) aber bei schönstem Wetter am Gipfel angekommen.

Ach wie herrlich könnte so ein Sonnenbad am Gipfel doch sein, gäbe es keinen Abstieg. Und der hielt noch die eine oder andere Unannehmlichkeit bereit…


Abstieg

Wir sind den Westgrad über die Wetterlücke abgestiegen, da sich der Abstieg über das Schmadrijoch in sehr schlechtem Zustand befand: Steinschlag und Lawinengefahr! 2,5 bis 3h sollte man für den Grad miteinkalkulieren. Laut Führer ist er mit schwierig angegeben, aber immer wieder mit brüchigem Fels und losem Schnee durchsetzt und fordert nochmal volle Konzentration.
Dass man da auch mal schneller als erlaubt absteigen kann, hat Stefan vorgemacht. Zum Glück gab’s außer einem großen Schreck „nur“ ein geprelltes Knie.

Von der Wetterlücke (3174m) aus zunächst den Gletscher zum ersten Felsriegel absteigen. Diesen am linken Rand absteigen, um den Gletscherbruch des Wetterlücken Gletschers zu umgehen. Bei einer geeigneten Stelle auf den Wetterlücken Gletscher queren und diesen ziemlich mittig absteigen. Auf ca. 2500 nach links auf den Felsriegel zwischen Wetterlücken Gletscher und Breithorn Gletscher queren. Den Felsriegel weiter absteigen bis man den Geröll bedeckten Zungenbereich des Breithorn Gletschers erreicht. Diesen überqueren und den Schmadribach folgen, bis man auf den Wanderweg zur Hütte stößt.

Einfacher gesagt als getan, zumindest in unserem Fall. Denn was wäre ein Gletscherabstieg ohne Nebel! Nach einigen Irrwegen im Gletscherbruch, haben wir den Ausgang des Labyrinths doch noch gefunden. Etwas mehr als gelpättet waren wir um 9 Uhr an der Schmadrihütte.
Da hat sogar der grausige Hütten-Schnapps geschmeckt. Der wurde wohl für solche Anlässe da gelassen ;-).

Stefan Biggel und Korbinian Schmidtner
Facts:

Lauterbrunner Breithorn: 3780m

Norwand (1050mH):
Komination aus Gully- Route (500mH),
Chervet-Rippe (250mH) und Welzenbach (300mH)

Dauer von Hütte und zurück: 15-20h

Höhenmeter bis Gipfel: 1580mH

Schwierigkeiten:
SS+
1 SL M5
2 SL Wi 4+
Rest 55-60° Firnflanke, stellenweise 70° und M3




[Bild: 5_Wand_route_unten_1.jpg]



[Bild: 5_Wand_route_oben_1.jpg]

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  Val di Mello - u.a. Luna Nascente, Kundalini
Geschrieben von: Tobias - 06.09.2007, 22:59 - Forum: Italien - Keine Antworten


Val di Mello von 22. - 26.08.07


Am späten Mittwochabend trafen wir bei starkem Regen in San Martino dem Talort des Val die Mello ein. Die Übernachtung im Auto auf verbotenem Parkplatz brachte uns am nächsten Morgen gleich mal ein freundliches „no parking“ eines Carabinieri ein. Was uns jedoch viel mehr schockte waren die großen Schneemengen die an den hohen Bergen um die Gianetti- und Allievi-Hütte lagen.


[Bild: 8_01_k_1.jpg]
Bergell Südseite


Do.:
So brachen wir auf ins noch nasse Val die Mello, nicht umsonst auch“Little Yosemite“ genannt. Als erstes kletterten wir die „L´Alba del Nirvana“(6a) um dann am Nachmittag gleich einen ersten großen Klassiker des Val die Mello die „Kundalini“(6a+) anzugehen. Gleich die erste Seillänge bietet eine tolle, steile Querung an großen Schuppen. Direkt vom Stand weg folgt in der 2.SL die kurze 6a+ Stelle an kleinen Leisten. Die 3.SL besteht aus einer einzigen langen schönen Piazschuppe (5c). In dieser Länge stecken gerade zwei Fixe Friends tief im Riss so dass man fast nicht ran kommt, was aber bei genügend eigenen Friends kein Problem darstellt.


[Bild: 8_02_k_1.jpg]
3.SL

In der folgenden Länge begann dann die Materie Wasser uns zum ersten Mal ein Bein stellen zu wollen. Der originale Weg in einer steilen, nassen Rissverschneidung war nicht zumachen, doch Max umging die Stelle rechts auf steiler Platte und anschließendem heiklen moosigen Riss. Schon eine Länge später lief das Wasser wieder vor uns aus den Rissen heraus und über die Platten hinab, woraufhin wir von der Kundalini mittels schrägem Abseilen in die Tour „Cochise“gingen. Doch nach zwei weiteren Längen war schon wieder totaler Eiertanz auf nassen Platten angesagt, woraufhin wir uns entschieden umzukehren. Etwas deprimiert seilten wir, zwei Seillängen vor dem Ende, über die „Cochise“ ab.


[Bild: 8_04_k_1.jpg]
Der große Bogen in der Kundalini



Fr.:
Bei nun bestem Wetter gaben wir den Granitpanzern des Val die Mello Zeit zum abtrocknen und verweilten beim Slacklinen direkt gegenüber der Kundalini. Am späten Nachmittag gingen wir noch in den Sektor Placche del Giardino, dort fanden wir etwas vor was im Val die Mello eher Seltenheitswert hat: Bohrhaken. Doch die Kletterei besteht aus sehr anspruchsvollem Plattenklettern ohne jegliche Leistchen oder Möglichkeiten für die Hände und hat keinen Spaß gemacht. :?


[Bild: 8_05_k_2.jpg]
Die trockenere Kundalini am späten Nachmittag


Sa.:
Am Samstag stand der große Klassiker „Luna Nascente“ (6b) am Metamorfosi an, die 11 SL sind einfach ein Traum aus Granit. Zum Einstieg geht es gut 500 Hm durch sehr steilen Wald auf nicht immer leicht zu findenden Steigen empor. Als wir dort waren befand sich bereits eine Schweizer Seilschaft am Einstiegsbereich. Die ersten Meter erfordern dann gleich einen satten 6b-Kaltstart. Durch einen Haken sowie einem Fixkeil auch technisch zumachen. Die zweite SL ist wieder 6b und geht am Ende fast waagrecht an einem Riss entlang.


[Bild: 8_06_k_1.jpg]
1. und 2. SL


[Bild: 8_07_k_1.jpg]
Die zweite 6b Länge


Danach folgen vier traumhaftschöne Piaz und Verschneidungslängen. (5b/6a/5c+/5b).
Big Grin



[Bild: 8_08_k_1.jpg]
3.SL


[Bild: 8_09_ak_1.jpg]
3.SL


[Bild: 8_10k_1.jpg]
4.SL


[Bild: 8_11k_1.jpg]
5.SL


[Bild: 8_12_k_1.jpg]
5.SL

In der 7.SL muss man vom Stand weg erst 5m abwärts Piazen um dann über einen plattigen Quergang die nächste Rissspur zu erreichen. In der Länge gibt es nur die Möglichkeit zur Zwischensicherung wenn man einen riesigen Camalot dabei hat, lediglich einen Meter vor dem Stand passt ein „normaler“ 3er Camalot in die breite Risspur.


[Bild: 8_13_k_1.jpg]
7.SL

In der nächsten Länge wird die Rissspur weiter gen Himmel verfolgt (50m total clean, aber absicherbar).


[Bild: 8_14_k_1.jpg]
8.SL


[Bild: 8_14a_k_1.jpg]
Das Bild spricht für sich

In der 9. Länge muss 45m waagrecht auf einer Platte gequert werden. Die Querung ist zwar nur 3b aber ohne Zwischensicherung.


[Bild: 8_15k_1.jpg]
9.SL

Im Anschluss hat man nochmal kurz für 15m einen Riss bevor er sich in der letzten Länge auf der Platte verliert. Gut 35m auf der Platte (5b) ohne Möglichkeit für eine Zwischensicherung empor zu Stand an Bäumen.

Der anspruchsvolle Abstieg zurück zum Einstieg erfordert dann noch mals volle Konzentration und ist schwer zu finden. Der weitere Weg ins Tal ist dann auch nicht viel besser da es eine Vielzahl von Steigspuren /Verhauern hat. Ein Bier nach der „Luna Nascente“ in der gleichnamigen Kneipe sollte man sich dann schon gönnen.


[Bild: 8_17k_1.jpg]
Eine Seilschaft in der 7.SL von Luna Nascente


[Bild: 8_16k_1.jpg]
Luna Nascente, die Tour


[Bild: 8_18k_2.jpg]
Luna Nascente, die Kneipe


So.:
Wir wollten noch mal in die inzwischen trockene Kundalini einsteigen, doch leider waren vor uns schon zwei italienische Seilschaften in der ersten Länge und wir hatten keinen Bock immer warten zu müssen. So querten wir durch den Wald zum leichteren „Tunnel Diagonale“ (5a). Die nette vier Seillängen Tour war bald beendet und wir ließen den Tag beim Baden im kalten Bach und auf der Slackline ausklingen.
Auf der Heimfahrt fuhren wir über Bondo durchs Bergell um uns zuvergewissern das ein Wechsel auf die Nordseite sinnlos gewesen wäre, außer vielleicht zum Eisklettern in der Cassin. :lol:


[Bild: 8_19k_1.jpg]
Baden am Lago


[Bild: 8_20_k_2.jpg]
Slacken hinter, Lago


[Bild: 8_22k_1.jpg]
Die verschneiten Cengalo und Badile



Allgemein:

-Alle Touren sind nur sehr mäßig abgesichert und an den Ständen gab es nur geschlagene Haken sie können aber meist auch aufgebessert werden.
-Die Zwischensicherungen sind häufig komplett selbst anzubringen.
-An Material dafür hatten wir einen Satz Camalots (0,4-3), drei weitere Friends sowie einen umfangreichen Satz Klemmkeile dabei. Auch die Klemmkeile lassen sich in den rissen oft gut unterbringen.
-Das Übernachten im Auto ist an gewissen Plätzen gut möglich und wird auch von den zahlreichen Italienern gemacht, aber offiziell fast überall verboten.
-Insgesamt wird das schöne Val di Mello hauptsächlich von Italienern besucht. An fünf Tagen sahen wir kein einziges deutsches Auto!
-Von San Martino fährt in der Hauptsaison ein kleiner Taxibus (1€) 1-2 Km zur Gatto rossa.
- Der „Lago“ lädt einfach zum reinspringen ein, deshalb sollte neben vielen Friends und Keilen auch eine Badehose im Rucksack sein.


Viele Grüße
Tobias und Max

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  26.08.07 Gimpel dir. NW mit Klagemauer
Geschrieben von: Zwerggäuer - 27.08.2007, 22:29 - Forum: Österreich - Keine Antworten

Frank und ich haben uns am Sonntag aufgemacht, das alpine Flair im Reintal genauer zu inspizieren. Also genauer haben wir uns die direkte Nordwand am Gimpel unter die Griffel genommen. Keine Frage was die Seilschaft Loderer/Ostler hier 1959 geleistet haben ist außergewöhnlich in den Tannheimern für die Zeit.

Die Tour bietet bei 550Hm und über 700m Kl. Länge allerlei Schwierigkeiten die nur selten unter dem 6.Grad zu suchen sind. Der bis zur Hälfte des Schreck-Heel Turmes anspruchsvolle Kletterweg, kann in den letzten 3 SL noch durch den direkten Ausstieg über die Klagemauer, eine Tour von Marcus Lutz die das erste mal den zwingenden 7.Grad in den Tannheimern verlangte, noch gekrönt werden.

Nun aber der Reihe nach.

In aller Herrgottsfrühe geht es in Ulm los, mit den Rädern durchs Reintal hoch, bis kurz unter die Otto-Mayr-Hütte (ca. 1,5h). Eine halbe Std. gräbt man sich dann das Schotterfeld zum Gimpelband hoch. Für den Einstieg wird noch 250m rechts ansteigend weiter gewühlt, bis zu einer markanten, meist feuchten Verschneidung.

Hier geht’s also los, na der Sumpfbewucherung nach, ist's wohl auch selten viel trockener. Ich darf heute als erster, au ja..... .

[Bild: 5_1Sl_Stef_1.jpg]


Dafür ist Frank seine nächste Länge auch nicht trockener und auch nicht fester. Na das kann ja noch lustig werden. In der dritten Länge kommt man aber aus der tiefen Verschneidung raus und schlagartig wird das Fels trocken und auch fester.

[Bild: 5_2Sl_Stef_1.jpg]


Nun ist die Kletterei echt toll, die Schlüssellänge vor dem Nordwandsockel ist eine Platte im unteren 7.Grad mit abschließendem Dächle. Die Haken sind respektvoll weit aber sehr gut platziert.

[Bild: 5_6Sl_Stef_1.jpg]


Nun noch eine Länge und man kommt auf ein kleines Bändchen das einen zum Gimpelband leitet. Diese letzte Länge des unteren Teils darf noch mal richtig genossen werden.

[Bild: 5_7SL_Stef_1.jpg]

[Bild: 5_7Sl2_Stef_1.jpg]


So diesen unteren sanierten Teil haben wir schnell hinter uns gebracht. Nun fängt der Ernst der Tour an.
Man steigt über brüchiges Gelände eine kleine Stufe im Gimpelband hoch um gleich Richtung des markanten Buges zu klettern (1NH). Am Fuße des Buges ist Stand. Die nächste Länge verlangt etwas kühne Kletterei nach rechts um am Häkchen (Sorry alles andere wäre eine Übertreibung) nach links gleich wieder die Verschneidung des Buges zu erreichen. Stand am Kopf des Felsbuges. Wahrlich prächtige Kletterei wenn auch a weng bröslig.

[Bild: 5_10SL_Stef_1.jpg]


Nun folgt die Schlüsselseillänge des oberen Teils und, wie wir meinen, auch der ganzen Tour. Rechts einem breiten Riss folgend, geht es in erst wuchtiger Kletterei über einen Überhang und dann gleich technisch Diffizil in eine feine Rissspur. Alles zusammen sicher frei im 7. Grad und auch beim Durchnullen darf mit 7- gerechnet werden. Frank meistert die Länge effektiv (das ist das Gegenteil von elegant) im Vorstieg. Respekt!!

[Bild: 5_11SL_Frank_1.jpg]


Eine sehr rampfige Rissverschneidung leitet dann in leichteres Gelände neben dem Schreck-Heel Turm. Dieses in 3SL bis IV hoch. Hier sollte mit Umsicht geklettert werden. Das Gestein ist Teils brüchig bis locker und Steinschlag oben kann wahre Steinlawinen auslösen, denen der Nachsteiger auch Schutzlos ausgeliefert sein kann (immer nahe der Turmseitigen Wand bleiben).

[Bild: 5_13Sl_Frank_1.jpg]


Nun steht man in der Scharte zw. Schreck-Heel Turm und Gimpel NO-Grat. Die klassische Linie verfolgt nun den Weg rechts und steigt über leichtes Gelände aus. Das Schmankerl ist nun aber die steile Wand vor einem. Eine markante Rissspur leitet den Wag. Marcus Lutz nannte die Tour 1983 Klagemauer, es war anscheinend die erste Route im Tannheimer Tal, die alpin zwingend den 7.Grad fordert. Zudem ist die Route mit nur 2NH Ausgerüstet, die jeweils sie Stände definieren. Es ist also viel Platz für eigene Bastelarbeiten. Ganz große Klasse das es so etwas noch gibt in den Tannheimern.
Die erste Länge der Klagemauer (unsere 15.) ist ein klasse 6er, der zum eingewöhnen in die super Risse dient.

[Bild: 5_15SL_Frank_1.jpg]


Stand am NH, einen 4er Camalot kann man darüber in eine flache Rinne legen und kurz darüber noch ein Keil....Bombenstand, oder?

So nach dem Eingewöhnen geht’s jetzt aber zur Sache, selbst abzusichernde Kletterei im 7.Grad in etwas brüchigem Gestein. Nicht jedermanns Sache. Aber Frank merkt man gar nicht an, das es bereits die 16. Seillänge, also Klettermeter 560-580 oder so, ist. Er zieht es sehr souverän. Und das alles im goldenen Licht der Abendsonne, geil
Big Grin
.

[Bild: 5_16SL_Frank_1.jpg]

[Bild: 5_16SL2_Frank_1.jpg]


Ich habe die Ehre der letzten Seillänge, noch mal rampfen, noch mal stemmen, spreizten und zittern. Angeblich nicht mehr so schwer. Aber halt uagnäm. Ich passe jedoch sehr gut in den Rampfkamin (Also rein formtechnisch nicht farblich).


[Bild: 5_17SL_Stef_1.jpg]

[Bild: 5_17SL2_Stef_1.jpg]


Nun springen wir noch die 120m leichtes Gelände zum Gimpel hoch .... und ... give me five, ist doch klar. Echt lässige Route im Tannheimer. Wir haben beide lange auf die Tour gewartet bis wir uns sicher und stark fühlten. Toll wenn’s dann wahr wird.

Der Normalweg runter und zur Judenscharte geht’s dann problemlos. Die Scharte runter muss man dann etwas aufpassen aber bald schon kann man seine Räder in Empfang nehmen und in 20min zum Auto düsen.

Ein gefüllter Tag geht zu ende, der Gimpel grüßt uns im Abendrot...Ja wir kommen bald wieder seine wilde Seite besuchen.

[Bild: 5_Gimpel_abendstimmung_1.jpg]


Kurz die Facts:
550mH
620m Kletterlänge bis zum Grat
250m gebohrt (fehlen Teils Plättchen in den Längen) dann klassisch.
2 SL 7, 1SL 7-, Rest 6-6+, nur 4 SL leichter als 6.

Material:
KK, Cams 0.4-4(Stand Klagemauer), 0.4-0.75 und 3 doppelt, allerlei Schlingen. Hammer und Haken für evtl. Rückzug., Regenschutz (die Gewitter ziehen schnell herein).

Gutes Topo: Freudig, Klettern im Herzen der Tannheimer .

Fazit: Für große Kalkwände und abenteuerliche Kletterei muss man nicht immer in die Dolos fahren.

Grüße Frank&Stef.

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  Schijenstock SO-Wand / "Il tempo vola"
Geschrieben von: Tobias - 18.08.2007, 09:35 - Forum: Schweiz - Keine Antworten

[
Di.:
Für mindestens zwei Tage war gutes Wetter vorhergesagt und so fuhren wir am frühen Dienstagmorgen in die Urner Alpen. Unser Ziel war das Gebiet um die Bergseehütte im hintersten Göschenertal, welches mit schöner Granitkletterei lockt.
Vom Parkplatz unterhalb des Stausees(1797m) ist man innerhalb einer guten Stunde auf der Hütte(2370m) . Für den noch bevorstehenden halben Tag suchten wir uns zum Einklettern zuerst den Vorbau des Bergseeschijen aus wo es einige kurze gut abgesicherte Routen gibt. Wir kletterten den „Roten Faden“, die „Blaue Linie“ und „Mittendurch“.


[Bild: 8_IMG_5976_k_2.jpg]



[Bild: 8_IMG_5983_k_2.jpg]



[Bild: 8_IMG_5990_k_2.jpg]


Am späten Nachmittag wechselten wir noch an die kleine Ostwand des Bergseeschijen und kletterten die 3 Seillängen der Route Habakuk (5c+).
[Bild: 8_IMG_5999_Linie_Habkuk_k_2.jpg]
Habakuk

Die Tour ist dann nicht mehr ganz so gut abgesichert wie die Routen am Vorbau und wartet mit einem steilen griffarmen Aufschwung auf seine Begeher.




Mi.:
Für den nächsten Tag nahmen wir uns die Tour „Il tempo vola“ in der Schijenstock SO-Wand vor. Der Schijenstock mit seinen 3161m ist der höchste Gipfel im Gebiet und die Wand beeindruckt einen beim hinsehen.


[Bild: 8_IMG_6036_Linie_Il_tempo_vola_k_1.jpg]
"Il tempo vola"


Von der Hütte geht es in 1 Stunden mehr oder wenig weglos über viel Blockgelände unter die Wand. Die Rucksäcke deponierten wir im Kessel unter der Wand bei markanten großen Blöcken und machten uns fertig zum Klettern. Zum endgültigen Einstieg geht es über steiles Geröll und ein zu querendes knapp 40° steiles Schneefeld. Es scheinte gegen 9:30 Uhr bereits die Sonne auf das Schneefeld und es war dem entsprechend angenehm zu gehen, auch mit leichten Zustiegsschuhen.
Im Einstiegsschutt hängt eine alte rötliche Schlinge als Markierung. Die ersten beiden leichten Längen führen über ganz glatt geschliffenen Granit.
Die 3. und 4. Länge bieten dann gleichmal herrliche Granitkletterei an Piazschuppen und auf Platten.


[Bild: 8_IMG_6005_k_1.jpg]
2.SL


[Bild: 8_IMG_6006_k_1.jpg]
4.SL

In der 5. folgt dann der schon von weitem zusehende 25m Plattenquergang (5b). Der Hakenabstand beträgt fast 15m und gelegt werden kann auf der Platte nichts. Diese Tatsache und leichte Nässe bewegte am Tag zuvor eine Seilschaft zum Rückzug aus der Tour.


[Bild: 8_IMG_6010_k_1.jpg]
In der 2.Hälfte des Plattenquergangs

In der darauf folgende Seillänge ist die Schlüsselstelle(5c+), die ein paar Meter steile grifflose Platte lässt sich aber z.t. auch technisch überwinden. Die Seillängen 7-10 im gestufteren Mittelteil der Wand bieten wieder leichtere aber tolle und abwechslungsreiche Kletterei.


[Bild: 8_IMG_6013_k_1.jpg]
7.SL

Zum Ende hin steilt sich die Wand nochmals auf und es folgen drei geniale Seillängen mit bester Granitkletterei.
Big Grin
Insbesondere in der 12. Länge folgen auf eine schöne Verschneidung zwei lange Piazschuppen.


[Bild: 8_IMG_6021_k_1.jpg]
Am Beginn der Verschneidung in der 12.SL


[Bild: 8_IMG_6023_k_1.jpg]
13.SL


[Bild: 8_IMG_6026_k_1.jpg]
Etwas ungewöhnliche Ansicht des Salbit von Westen

Der Abstieg vom Gipfel folgt zuerst kurz am Ostgrat dann in der großen NO-Flanke.(Ein riesiger Geröllhaufen).


[Bild: 8_IMG_6031_k_1.jpg]
Im Abstieg

Wenn die Flanke wieder abflacht muss man wieder zurück an den Grat und an ihm entlang in eine Scharte abklettern ca. 15m III (kann auch abgeseilt werden, Schlinge). Von der Scharte entweder abseilen oder besser abklettern in ein steiles besch... Schutt- und Sandcouloir. Durch das Couloir kamen wir dann wieder in den Kessel unter der Wand und zurück zu den Rucksäcken.
Leider war dann für die Donnerstagmorgen schon wieder die X-te Störung dieses Sommers angesagt, so stiegen wir am Abend noch ganz ins Tal ab und fuhren nach Hause.
Cry


Fazit:
„Il tempo vola“ ist eine echt lohnende Genusskletterei im mittleren Schwierigkeitsbereich durch eine schöne Granitwand. Von einer bestens abgesicherten Plaisirtour kann aber nicht die Rede sein, den vom Stand weg müssen oft gut 15m zwingend geklettert werden. Mobile Sicherungsmittel lassen sich nicht immer zusätzlich einsetzen.
Gemeinsam mit dem Abstieg ist es eine schöne alpine Unternehmung.

Gruß
Tobias B. und Michael S.

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  Kingspitze NO "Steuri"
Geschrieben von: Paulchen - 15.08.2007, 08:31 - Forum: Schweiz - Antworten (1)

Und der Sommer ist schon fast wieder vorbei. Das ganze Jahr noch keine gescheite Tour machen können, naja das Wetter war ja auch immer mies wenn man gerade Zeit hatte. Fast hat man sich schon dran gewöhnt am Wochenende auszuschlafen, anstatt früh morgens Richtung Berge zu düsen.

Für Sonntag und Montag konnten wir uns endlich mal wieder frei nehmen. Also los in die Berge. Nur wo ist das Wetter gut?

Zentralschweiz, Rätikon, Silvretta? Nach vielem hin und her und immer neuen Wetterprognosen entschlossen wir uns am Samstag Nachmittag Richtung Engelhörner zu fahren. Der Wetterbericht für Meiringen meldete am Samstag: Ab mittags schön, sonnig, keine Wolken; für Sonntag perfektes Wetter und abends einzelne Wölkchen. Am Montag gegen Abend wieder leichter Niederschlag. Das hört sich doch ganz gut an.

Nach reichlichem Kletterführer wälzen musste mal wieder ein „Pause-Klassiker“ her: Die Kingspitze „Steuri“. Im Känel Führer stand was von Südost Wand und kompakter Kalk. Das müsste also am Sonntag alles wieder trocken sein, nachdem es die Tage davor immer wieder geregnet hatte.

Sehr optimistisch starteten wir also an jenem Samstag Nachmittag. Schon auf der A96 der erste Stau. Die Fahrt dauerte und dauerte und so erreichten wir Meiringen erst in der Dunkelheit.

Nach einer kurzen Nacht im Auto ging es am nächsten Morgen vorbei an der Rychenbachalpe zur Engelhornhütte.
[Bild: 24_IMG_1733klein_1.jpg]
Die schroffen Felswände und unzähligen Zacken in diesem Kessel wirken enorm beeindruckend. Allerdings stellt sich bei der Anzahl an Gipfeln dann auch recht schnell die Frage: Welches ist unser Berg? Als Gebietsneulinge hätten wir nicht gedacht, dass um die Kingspitze noch so viele andere eindrucksvolle Berge stehen. Ohne Wandbild aber mit Topo ließ sich dann unser Berg recht schnell finden.
[Bild: 12_IMG_1719_1.jpg]
Auch den Einstieg erreichten wir gleich ohne Probleme. Die Sonne schielte auch schon in den Talkessel. Alles wunderbar.

Nur warum scheint die Sonne an die anderen Felswände und unser Berg ist ganz nass :?:
- Zu dem Zeitpunkt hatten wir den Plaisir West vom Känel noch nicht mit dem Pause Buch verglichen: Pause und Topoguide schrieben richtigerweise dass es sich hier um eine Nordostwand handelt was wir hiermit definitiv bestätigen können.
Idea


Wir waren inzwischen an der markanten Verschneidung der ersten richtigen Seillänge angelangt und überlegten kurz: Einsteigen in die nasse glitschige Rinne oder alles umsonst. Wieder keinen Erfolg. Nein nicht heim, kämpfen. Wir sind ja nicht aus Watte und ein bisschen Abenteuer schadet nie. Zugegeben es gab schon einige Momente wo man lieber vernünftig abgebrochen hätte. Im Vorstieg auf so glattem nassen Kalk geht einem schon manchmal die Düse. Die Schlüsselstelle musste mit einem Link Cam technisch überlistet werden, trotzdem kamen wir recht gut voran. Bei weitem nicht so schnell wie unter trockenen Bedingungen, aber wir waren ja rechtzeitig eingestiegen. Inzwischen wurden die Wolken mehr und dunkler. Vereinzelt vielen die ersten Tropfen. Die Wetterprognose hält wohl auch nicht ganz. Als wäre die Route nicht schon so glitschig genug fängt es 3 Seillängen vor Schluss richtig zu regnen an. Das ganze wird dann getopt von zuziehenden Wolken und Graupel. Wir erreichen den Gipfel bei Null Sicht und ziemlich durchnässt.

Der Erfolg ist zwar da, nur so richtig konnten wir den nicht feiern. Ein komplizierter Abstieg und ein nahendes Gewitter warten als nächstes auf uns. Bei den gegebenen Verhältnissen und der Sicht musste man sich ja im Abstieg versteigen. Dafür kam dann die Nacht recht zügig.

So ein Biwak gibt einer Tour halt dann doch die richtige Note. In der Nacht hat man genügend Zeit die Route Revue passieren zu lassen. So manche Idee was man beim nächsten mal anders macht. Vielleicht sollte man doch eher umdrehen wenn Wandausrichtung, Routenzustand und Wettervorhersage nicht passen. So schlimm war es aber diesmal nicht: mit Biwaksack, leichter Daunenjacke und 2 bequemen Halbseilen als Wärmeisolierung war es fast schon schön. Um Mitternacht ließen sich sogar schon die Sterne sehen. Inzwischen waren wir froh dass alles so gekommen ist. So kann eine einzige Tour die anderen fehlenden Abenteuer aus dieser Saison etwas ausgleichen.

Zu guter Letzt der Favorit aus der Biwak Sprüche Nacht:
Man muss sich vorstellen man nimmt eine Körperposition irgendwie zwischen sitzen und liegen ein, einige Steine die durch die Halbseile hindurchpieksen, die Füße angewinkelt (kurz vor einem Krampf), der Biwaksack innen vom Kondenswasser nass und ein leichtes frösteln zieht durch den Körper, keiner findet trotz Müdigkeit Schlaf und der neben dir sagt: Gut dass es morgen nicht mehr so weit ist; da können wir ja richtig ausschlafen. - Egal, in der Nacht war es wirklich witzig :lol: .

Der nächste Tag war dann nicht mehr wirklich abenteuerlich. Die Sicht war OK, der Abstieg problemlos zu finden (halt noch ein bisschen feucht) und wir waren bald wieder zurück am Auto. Die Wetterstabilität ließ nun doch keine 2. Route mehr zu. So begnügten wir uns mit der wirklich eindrucksvollen Besichtigung der Rosenlauischlucht.

Fazit: Die Kingspitze NO ist mit Sicherheit eine nette Klettertour, wäre uns aber unter normalen Umständen nicht wirklich lange in Erinnerung geblieben. Mit ein paar unvorhergesehenen Dingen bekommt so was ganz schnell den Abenteuergehalt einer extremen Tour und bleibt einem lange in Erinnerung. Also, es hat sich doch gelohnt nicht schon am Einstieg umzudrehen.

[Bild: 12_IMG_1673_1.jpg]


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Routendetails und Bilder folgen am Donnerstag! [/img]

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  Leonardistein Südwand
Geschrieben von: daniel - 14.08.2007, 09:52 - Forum: Fels - Keine Antworten

Hallo, es gibt mal wieder was Neues in den Bay. Voralpen / Tegernseer Berge.

Am Leonhardstein an der linken Südwand : ' APRILSCHERZ ' mit 5 Seillängen Stelle VII - / VII sonst meist um VI


!! Weitere INFOS :
http://www.bergheimat.net/2007/07/aprils...stein.html
!!

Gruß Daniel

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  31.07.07 Salbit Westgrat
Geschrieben von: Zwerggäuer - 11.08.2007, 12:20 - Forum: Schweiz - Antworten (1)

Nach zwei Touren in Chamonix war es für uns nun an der Zeit weiter zu ziehen. Schon etwas länger haben wir ein Ziel im Kopf den wilden Westgrat am Salbitschijen.
Pause beschreibt den Grat als das verwegenste in seinem Buch der 100 Extremrouten. Schon die nüchternen Fakten sind herausragend. Knapp 1,5 km Kletterlänge die sich in knapp 35 Seillängen unterteilen, viele davon im 5. und 6.Grad einige sogar noch schwerer. Jede Seillänge muss fast ausschließlich eigenverantwortlich abgesichert werden. Auch die sanfte Sanierung von 1991 durch Hans Berger und Gef. haben daran wenig geändert. Die alpine Herausforderung wird einem klar wenn man das erste mal das Seil abzieht. Ein verhängen bedeutet Hubschrauber und man muss gleich 5mal Abseilen während der Tour. Auch sind die Rückzugsmöglichkeiten mehr als bescheiden. Man ist über die Scharten zwar immer mit 4-5 Abseillängen unten aber die Stände dort sind teils schimmlig alt und sehr schlecht eingerichtet. Lediglich vom 2. Turm kommt man auf einer der neueren Touren wohl recht verlustarm hinunter.

Das ist aber alles nur Geschwafel, wenn man das erste mal unter diesem wild gezackten Gratmonument steht, die Kondition und das Wetter passt, muss man da hoch. Es ist wohl der beste Granit im Alpenraum.

Frank und ich entscheiden die SO-Wand als einstieg zu wählen, es hat den Tag zuvor noch geregnet bis in den Abend, hier hofften wir wenigstens einigermaßen trockenes Felsmetier zu finden. Leider wurden wir enttäuscht. Aus den Graspolstern siffte es noch gewaltig. Sollte das uns abhalten
Wink
.


[Bild: 5_1Lnge_Westgrat_unten_1.jpg]


Frank pfeift sich noch einen Eporiegel rein oder so.... und los geht’s.


[Bild: 5_Doping_Frank_1.jpg]


Schön das man gleich im 7.Grad die erste Länge klettern kann. So kalt und mit einem Rucksack für ein Biwak mach das richtig "FUN" *ätz* . Aber unsere Taktik war klar, wir wollen es auf 2 Tage auslegen und lieber eine leichte Biwakausrüstung mitnehmen. Dadurch können wir deutlich später Einstiegen und die erste Länge ist schon etwas angewärmt. Außerdem ist der Stress geringer, der Genuss höher und die Gefahr Fehler zum machen auch nicht ganz so groß. Aber die erste Länge will trotzdem wissen ob man klettern kann. Nun sind wir aber an den Granit gewöhnt und auch das Luder auf dem Rücken ist keine unbekannt mehr. Es stört zwar gewaltig das alles wichtige nass ist, aber man kommt hoch und das zählt....erste Hürde geschafft. Im Nachstieg macht’s dann mehr Spaß, aber das ist ja normal
Smile
....


[Bild: 5_1Lnge_Westgrat_1.jpg]


Nach der ersten Länge wird das Gelände zum ersten Turm von Länge zu Länge etwas leichter, bis zu der Ausstiegslänge auf den ersten Turm.


[Bild: 5_1Turm_1.jpg]


Die zieht dann noch mal deutlich an, durch eine Verschneidung die tatsächlich wie ein offenes Buch auskuckt.


[Bild: 5_Ende_1Turm_Frank_1.jpg]

[Bild: 5_Ende_1Turm_Stef_1.jpg]


Nun die erste Abseilfahrt in die Scharte zw. 1. und 2. Turm. Hier zieht ein gut 80m langer Riss nach oben, respekteinflössend. Ok, ich bin dran! Mir hat zuerst recht geschaudert, geht dann aber ganz gut und macht sogar richtig Spaß....Frank darf es im Nachstieg auch voll genießen, muß er auch... Denn das was ihn gleich erwartet ist etwas Nervenaufreibend.


[Bild: 5_1Riss_2Turm_Frank_1.jpg]


Frank hat die Ehre den sog. Holzkeilriss zu erklimmen. Es beginnt gut, der Riss schluckt die Camalots gleich Haufenweise. Alles Paletti, sogar ein BH dabei. Zu dumm... Frank hat alle großen Camalots auf den ersten 30m verballert. In Erwartung das Gelände legt sich oben bald zurück. Doch nur eine kleine Stufe und ein schöner 15m langer Schulterriss erwarten ihn. Ja... auch Holzkeile sind Sicherungspunkte.....MUHAHAHA.


[Bild: 5_Holzkeilriss_Frank_1.jpg]


Der Vorteil nun wird der Grat für einige Länge etwas zahmer, man muss immer noch ordentlich klettern, aber es ist nicht mehr so anstrengend für Arm, Fuß und Kopf. Aber fürs Auge
Smile
.


[Bild: 5_2Turm_Frank_1.jpg]


Doch zwei schwere Lägen erwarten uns heute noch, ein Risskamin und eine 6er Wandkletterei. Diesmal bekomm ich den unangenehmen Part, dieser besch.... Risskamin (Falls man’s nicht sieht, Das ist senkrecht und oben leicht overhänging).


[Bild: 5_Risskamin_Stef_1.jpg]


Ich hatte mir Frank seine Länge dann schon angeschaut und hatte ein etwas schlechtes Gewissen, sollte schon wieder ich die leichtere Länge bekommen haben? Aber es erwies sich dann als beste Kletterei des Tages und schon waren wir am Gipfel des 4. Turmes.


[Bild: 5_letzte_SL_1Tag_Frank_1.jpg]


Nur noch einmal Abseilen und zum Hotel Salbit queren. Gut eine kurze 4 ist noch dazwischen, aber das geht im rauschen unter.

Welcome to the Hotel "Salbitschijna"....what a lovely place....

[Bild: 5_hotel_Salbit_1.jpg]


Mei ham mir gut gschlafen, echt jetzt. Das ist gut so, weil ein, zwei Prüfungen haben wir am nächsten Tag noch vor uns.

Es geht gemütlich los, eine 5 die wir uns ausversehen Teilen muss zum aufwärmen genügen. Wir klettern nicht so früh, den Zeit haben wir genug und Sonne beim klettern ist ein Partner den ich nicht oft sehe.

Frank sagte das er nach dem Holzkeilriss bestimmt schlecht träumt, nun kommt die Länge von der ich wahrscheinlich schlecht Träume.

Der Tolle 7- Quergang, wahrscheinlich mal mit unzähligen Haken gespickt, ist er nun komplett ausgenagelt.


[Bild: 5_Quergang_stef_1.jpg]


Na dann rein ins vergnügen. Ich habe den 0.3 Camalot (den kleinsten den wir dabei haben) schon hergerichtet, 2m Travers und ich will ihn setzen....verdammmmmt das Ding ist zu groß ich kann in der gestammten Hangelleiste in meiner Reichweite nichts finden wo er passt, ich klettere zurück.... Also anders.... Ich nehme unsere Geheimwaffe heraus, die Ballnuts, kleine Slider. Einen soliden Friend kann ich am Beginn legen und los geht’s, nur frei klettern mit Ballnuts Sicherung an meiner Sturzgrenze, das darf gerne wer anders machen. Ich war froh das sie beim technischen klettern nur etwas geknirscht haben. In der Mitte des 15m Quergangs kann ich endlich einen guten Cam legen und weiter geht’s frei bis an den Stand. Bis Frank bei mir ist, ist das Adrenalin auch im Kopf und ich grinse wie ein Honigkuchenpferd. Er hat den Quergang noch kurz zurückfotografiert.


[Bild: 5_Quergang_1.jpg]



[Bild: 5_Schne_Sechs_Frank_1.jpg]

Die nächste Länge gehört dann wieder zu den schönsten im Grat und führt uns zu dem obligaten Pendelquergang....sehr interessant aber weniger kompliziert wie man uns weiß machen wollte.

Auch die Bohrhakenleiter nach dem Pendler war nicht ganz so angsteinflössend wie wir erst geglaubt hatten, aber es war sicher von Vorteil, das Frank etwas Größer ist. Früher ging’s durch den überhängenden Riss links...war bestimmt auch spannend
Big Grin
.


[Bild: 5_BH_Frank_1.jpg]


So ich darf nun das machen was ich am besten kann, immer hart am Grat gehen
Tongue
.


[Bild: 5_scharfe_Kante_Stef_1.jpg]


Aber nun ist der Gipfel nicht mehr weit, eine anstrengende Risslänge noch und der Weg nach oben ist frei. Mit unschweren Querungen am Grat kommt man schnell unter die Gipfelnadel.

Klar die müssen wir noch hoch. Aber das Luder lass ich unten, oha, ohne Rucksack ist ja fast wie fliegen.....da kann man auch a weng Posen.


[Bild: 5_Gipfelnadel_1.jpg]


GESCHAFT!!!!!!! Oben....a mächtigs Gschroi hom mer veranstaltet, aber kann man es uns verdenken ?

Das Grinsen fällt uns mal nicht schwer.

[Bild: 5_Gipfel_Stef_1.jpg]

[Bild: 5_Gipfel_frank_1.jpg]


Schön kann man auf getane Arbeit zurück blicken

[Bild: 5_Westgrat_1.jpg]


Wir sind hoch zufrieden und auch etwas ermattet, unsere Taktik ging gut auf. Und das Abstieg vom Salbit ist ja mehr Formsache.....

Sers,
Frank und Stef.


[Bild: 5_Ende_1.jpg]

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  Wilder Kaiser Spass 2000
Geschrieben von: shispare - 06.08.2007, 09:28 - Forum: Österreich - Keine Antworten

Nachdem ich nun doch noch für Sonntag jemanden zum klettern gefunden hatte gings mal wieder in den Kaiser die Spass 2000 an der Fleischbank Ostwand sollte es sein.
Wir sind um 7:00 Uhr von der Griesenauer Alm aufgesteigen waren schon ziemlich viele Kletterer unterwegs aber in unserer Tour zum Glück niemand.

Der untere Teil ist sehr plattig und es geht gleich in der ersten Seillänge zur Sache 8- aber an der Schlüsselstelle sehr gut gesichert.

Der 6. Standplatz im Topo Bohrhaken mit SU ist etwas schwierig zu finden leicht linkshaltend dann an einem markanten Riß geradeaus nach oben hier sind ein paar Friends sehr hilfreich ansonsten langer Runout.

Alles in allem sehr schöne Kletterei an durchwegs festem Fels aber trotz der Bohrhaken moralisch anspruchsvoll die schweren Stellen sind immer gut gesichert man muß aber schon vom Haken wegklettern.

Mit Keilen und ein paar Friends kann man die leichtern Seillängen noch ganz pasabel zusätzlich absichern.

Durch den Schatten des Predigtstuhles hatten wir nur selten Sonne in der Tour langärmeliges Flies war gar nicht so schlecht :-) Abstieg dann über den Nordgrat.

Infos unter:


http://www.bergsteigen.at/de/touren.aspx?ID=559


Gruß
Pedo

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  Piz Cengalo, NW-Pfeiler (Gaiser-Lehmann), VI-, 31.7.2007
Geschrieben von: Alban - 04.08.2007, 17:41 - Forum: Schweiz - Keine Antworten


Piz Cengalo, NW-Pfeiler (Gaiser-Lehmann) 3370m
1050Hm, ca. 25-26 Seillängen. VI-, TD


Seilpartner: Fabian Buhl


[Bild: 10_Cengalopfeiler_1.jpg]


Eine der dominierenden Felsgestalten der Bondascagruppe ist der Piz Cengalo. Weniger berühmt als sein ungleich bekannterer Nachbar der Piz Badile beeindruckt er durch seine imposante Nordansicht mit einer Vielzahl von mächtigen Pfeilern. Die Touren auf der Nordseite des Cengalo werden etwas vernächlässigt was nicht zuletzt an der enormen Aktivität der Felsausbrüche in den letzten Jahrzehnten herrührt. Vorallem die Nordostwand ist davon stark betroffen. Der Nordwestpfeiler, auch Cengalopfeiler genannt, wurde 1937 im gleichen Jahr wie die Cassinroute am Badile erstbegangen und zählt zu den klassischen, großen Granittouren. Nachdem Peter und ich 2005 die Cassin am Badile geklettert sind fiel bald der Blick auf den ungleich alpineren Cengalopfeiler. 2006 war ich dann einmal mit Axel S. unter dem Cengalo gestanden um zu sehen, dass er verschneit und oben gar vereist war und Wochen später noch mal mit Peter dort um nach einer Länge im verschneiten Einstiegscouloir ebenfalls abzubrechen, da wir zu langsam und die Verhältnisse auch nicht besser waren wie beim letzten Versuch. Die Tour gewann dadurch natürlich an Reiz und diesen Sommer wollte ich es dann noch mal versuchen.
Mit Fabian (16) hatte ich vor ein paar Tage im Bergell zu klettern und sofern die Verhältnisse passen würden den Pfeiler zu versuchen. Nachdem wir bisher noch nichts zusammen als Seilschaft geklettert sind hatten wir vor zunächst eine Eingehtour zu machen.
Am ersten Tag stiegen wir gemütlich zur Sasc Furä-Hütte auf und weiter bis zum Viäl von wo man eine perfekte Einsicht in den Pfeiler hat. Die Verhältnisse schienen zu passen. Wir stiegen noch weiter bis zum Bügeleisen und gewöhnten uns in den knapp 8 Seillängen des Bügeleisens an den Granit. Obwohl das Wetter auch für Mittwoch gut angesagt war wollten wir doch bereits am nächsten Tag den Pfeiler angehen. Vielleicht aus Angst, das Wetter könnte doch schon einen Tag eher schlechter werden als angekündigt.
Wir fanden in der Nähe des Gletschers einen großen überhängenden Block unter dem wir zwei, bereits eingerichtete Biwakplätze fanden.


[Bild: 10_erster_Biwakplatz_1.jpg]

Wir aßen noch so viel wir konnten und vernichteten den Wein um unseren eh schon schweren Rucksack noch etwas leichter zu machen. Am nächsten Tag bestes Wetter. Wir querten den Gletscher unterhalb der Badile Nordostwand und konnten bereits reges Treiben in der Cassin beobachten.

[Bild: 10_im_Gletscherzustieg_1.jpg]

Mit genügend Sicherheitsabstand zur Wand machten wir kurz vor dem Einstieg noch mal Pause um das Klettermaterial für die Tour schon herzurichten. Im Einstiegscouloir und in der ganzen Wand herrschte wie am Vortag Ruhe, kein Steinschlag. Die Randkluft war sehr gutmütig zu überwinden und los gings.
Die erste Länge (V-) war recht sandig, etwas brüchig und ungewohnt zum klettern.

[Bild: 10_erste_Seillnge_1.jpg]

Insgesamt 3 Haken fanden sich auf der ersten Länge und ein Fixkeil. Die zweite Länge im Einstiegscouloir (IV) ist etwas leichter jedoch auch nasser. Die zwei alten Haken im Wasserfallcouloir sind nicht mehr wirklich als Stand zu benützen und geben selbst als Zwischensicherung nicht mehr viel her. Die 3.-5. Länge ist dann wieder deutlich einfacher. Meist bewegt man sich im 2er bis 3er Gelände. Dafür hats hier ordentlichen Schutt auf den Bändern und Bruch. Trotzdem auch hier, wie überall in der Tour, bestens abzusichern. Wir gingen diese Längen am langen Seil und zogen nach links gegen die Kante auf einen Absatz zu Stand an Blöcken. Die folgende Länge ist im Topoguide-Topo dann als eigentliche 5. Länge angegeben. Zunächst dachte ich wir sind noch eine Länge darunter, aber als es dann allgäutypisch grasig wurde war schnell klar, dass es sich hier um die beschriebene: „grasige IVer-Länge“ handeln muß. Ab hier hat man nun den unteren schlechteren Felsteil hinter sich und befindet sich auch nicht mehr in Steinschlaggefahr. Waren die unteren Seillängen eher etwas nordwandtypisch ernst, begann nun der Genuß in bestem Fels und immer noch schöneren Seillängen.In der 6. Seillänge stiegen wir durch einen schönen Kamin (ca. IV+) und kamen am Ende wieder auf die Route unseres Topos (dieses benützt einen Kamin weiter rechts). Endlich war es auch warm genug die Handschuhe wegzustecken. Die 7. Seillänge (V-) zieht durch eine kleine Verschneidung (Haken) und erreicht eine große schräge, grasige Platte. An dieser Stelle zieht die Führe nun nach links, zuerst an einer Rostgurke auf der Platte vorbei zu zwei guten Standhaken am linken, oberen Rand der Platte. Viele „Versteiger“ kommen hier zustande da nach rechts geklettert wird wo sich am rechten Ende der Platte auch ein Haken befindet.(der Sac-Führer ist hier auch etwas verwirrend). In der 8. Seillänge geht es zunächst 4m gegen die Kante und dann leicht absteigend kletternd, ausgesetzt um die Kante herum (Sanduhrschlinge) und 3m empor zu Hakenstand am Fuße einer Verschneidung ( III-IV). Diese Verschneidung ist in den Seillängen zuvor nicht zu sehen und befindet sich eben versteckt hinter der Kante. Sehr lohnend geht es die Verschneidung empor (V), vorbei an altem Doppelhakenstand

[Bild: 10_Verschneidungslnge_1.jpg]

und zuletzt etwas schwieriger (V+) zu Stand an Blöcken vor einem markanten kurzen Hangelriß auf der linkerhand befindlichen Platte. Mittels des kurzen Risses (IV+) nach links auf die Platte und weiter in einer daran anschließenden Verschneidung (V) sehr lohnend weiter zu Stand an zwei Haken. Die 11. Seillänge leitet leichter (IV) auf das große Band vor dem Plattenpanzer des oberen Wandteils. Auch hier gibt es nun wieder viele denkbare Varianten und Verhauermöglichkeiten. Die Tour, so wie im alten Bergell-Führer von P. Nigg beschrieben hält sich eher etwas rechts der Kante und quert von daher auf dem Band noch ein Seillänge nach rechts. Andere „Topos“ und Tourenbilder im Netz zeigen die Route gerade empor. Vermutlich gibt es hier viele Varianten (bei evtl. aber höherer Schwierigkeit).
Die 12. Länge führt fast waagrecht auf einem kleinen Band nach rechts (I-II) und geht dann durch eine kurze Verschneidung/Kamin (IV-) zu einem bequemen Absatz auf einem großen Band. Stand an guten Rissen. Über sich erkennt man nun im Plattenpanzer ein System aus Schuppen und Risse, welches den Weiterweg vermittelt. Gerade empor (III+) zu einem sichelförmigen Riß (C-Form). Durch den Riß empor (V) auf Band und nach links zu Stand an Block mit guten Friendmöglichkeiten. Hinter dem Block sieht man die im Sac-Führer wie auch Alpenvereinsführer beschriebene Schuppe die einen Kamin bildet. Um dahin zu gelangen muss man waagrecht eine Platte queren. Zwei gute Haken stecken in dieser kleinen Querung. Ein dritter steckt in dem feinen Riß direkt über dem Standplatz und ist wohl eher ein Verhauerhaken (Vorsicht). Fabian kletterte diese Länge vor.

[Bild: 10_Schuppenkamin_1.jpg]

Die Querung stellt eigentlich eine der Schlüsselstellen dar (etwa VI-), ist feingriffig aber durch die Haken gut gesichert und könnte evtl. sogar mit Seilzug technisch gemacht werden. Nach dem kurzen Quergang geht’s zur Schuppe und dann gerade empor. Der Rucksack störte mächtig, hatten wir doch Isomatte und selbst Teleskopstecken dabei. Rechts der Schuppe gab es aber in der Platte ein paar gute Griffe, so dass man sich trotz Rucksacks noch gut bewegen konnte. Nach der Schuppe geht es gerade über ein kurzes plattiges Stück empor zu einem Riß (Haken) und weiter mittels diesem zu Stand an 2 Haken auf Absatz.
Endlich konnten wir gegen 15.30 das erste Topoblatt weglegen und das nächste mit dem Titel: „oberer Wandteil“ herausholen. Der untere Wandteil kostet deutlich mehr Zeit als der obere Wandteil. Vorallem das Einstiegscouloir hält etwas auf. Die 15. und 16. Länge gingen immer an Rissen oder Piazschuppen entlang.

[Bild: 10_16_Seillnge_1.jpg]

In der 17. Länge geht es direkt vom Stand weg nach rechts um eine kleine Kante, und wer hätte es gedacht wieder in einem Piazriß empor.
Dabei ist die Kletterei nie wirklich anstrengend oder gar athletisch und lässt sich meist dankbar klettern. Undankbare Kletterstellen wie z.B. der „Wuzelkamin“ in der Cassin fehlen.
Auf einem Absatz vor einer Plattenverschneidung steckt links ein Haken. Die Plattenverschneidung führt schräg rechts aufwärts zu einem Absatz mit einzelnem Haken, welcher mit Cams gut zu einem Stand ausgebaut werden kann. Langsam drängte die Zeit und wir rechneten uns aus bei unserem Tempo gegen 20 Uhr am Ausstieg zu sein. 2h sind für den Abstieg angegeben, hell ist es etwa bis halb 10. wir waren gespannt ob die Rechnung aufgeht. Andererseits sahen wir der Sache auch gelassen entgegen da wir ja alles Biwakzeug dabei hatten und am Gipfel ein Schneefeld fürs Wasserschmelzen existierte. Trotzdem war der Gedanke an ein gemütliches Biwak am Wandfuß wesentlich einladender.
Drüben am Badile konnten wir die vielen Seilschaften aufgereiht sehen wie eine Perlenschnur. Deutlich war auch von hier zu sehen dass viele Seilschaften lange an besagter Stelle im „Wuzelkamin“ zu kämpfen hatten. Während wir morgens keine Sonne hatten und mit Handschuhen kletterten, genossen wir nun die Sonne und konnten uns ausmalen, dass es für die letzten Seilschaften in der Cassin nun im Schatten langsam kalt werden musste.
Die 18. Länge zieht zunächst gerade empor und dann leicht nach links zu altem Doppelhakenstand welcher als Zwischensicherung herhält. Von diesem nach rechts gegen eine Schuppe mit Quarzeinlagerung (Haken am Fuß der Schuppe) und hinter der Schuppe in einem Riß weiter zu Stand an 2 Haken. Die 19.Länge hält auf eine kleine Verschneidung zu (2 Haken). Oberhalb der Verschneidung existiert 3m auf kleinem Band links ein alter Stand mit 2 Haken (unbedingt verlängern oder besser gar nicht klippen wegen Seilverlauf) Von kleinem Band gerade über Platten (V+) noch ca. 7m empor (keine Sicherungsmöglichkeit) zu Stand an 4 Haken am Beginn einer nach rechts verlaufenden Plattenverschneidung. Die Verschneidung entlang zu kleinem Wulst und darüber hinweg (V-) in weitere Plattenverschneidung bis zu Stand an 2 Haken. Wir gingen die darauffolgende, leichtere 21. Länge noch am langen Seil weiter. In dieser Länge (IV) ist der Routenverlauf wieder etwas unübersichtlicher. Letztlich geht es aber vom letzten Stand gerade empor und am Ende nach links zurück gegen die Kante, zum Fuß eines schuppigen Steilaufschwunges. Stand an beliebiger Stelle an guten Schuppen und Rissen möglich. Die 22. Länge geht an großen Schuppen zu dem kleinen Steilaufschwung und über diesen hinweg ( 2 Haken, V-) zu Standplatz an 2 Haken.

[Bild: 10_22_Seillnge_1.jpg]

Die 23. Seillänge zieht recht einfach (III) auf dem Pfeilerrücken zum Fuß eines weiteren Aufschwunges. In dieser Seillänge sieht man erstmals richtig den Gipfel und Vorgipfel. Der Weiterweg führt rechts einfach (II-III) um den blockigen, und in der Querung überhängenden Aufschwung herum und geht dann gerade mittels Riß (IV) empor zur Pfeilerkante. Hier nun Ende der Schwierigkeiten und auch des guten Felses. Die 25. Seillänge zieht sehr flach in schlechtem Fels (oder Firn) zum Gipfelblockfeld unter dem Vorgipfel (II-III).
Gegen 19.45 erreichten wir den Ausstieg. Eine herrliche und genussvolle Tour liegt hinter uns.

[Bild: 10_Fabian_am_Gipfel_1.jpg]


[Bild: 10_Badile_im_Abendlicht_1.jpg]


Schnell ziehen wir unsere Bergstiefel an und machen uns an den Abstieg. Zunächst muss man noch im Schotterfeld mit leichten Kletterstellen (II) auf den Vorgipfel, bzw. rechts daran vorbei bis man auf den Grat hinunter zum Colle Cengalo gelangt. Der Hauptgipfel liegt noch weitere 50hm weiter entfernt. Mittlerweile wars recht kalt geworden und es windete ordentlich. Entlang des Grates stiegen wir ab (Stellen II, immer wieder Steinmänner). Ein erster großer Turm wird links umgangen. In einem Einschnitt bei einem weiteren Turm leiten Eisenketten gesichert durch eine kurze Felsausbruchszone. Hier nicht links absteigen !!! (irreleitende Steinmänner in der Rinne wo die Kette beginnt). Weiter hinüber zum Colle Cengalo und nach links hinunter. Wenige Abkletterstellen (I-II) leiten zu einer kleinen, 20m Stufe. Hier gutes Fixseil an BH mit Schlaufen zum Abklettern. Weiter über Geröllfeld am Wandfuß entlang von Steinmännermarkierungen zu dem Weg welcher zur Gianettihütte führt. Wir erreichten mit dem letzten Licht den Wandfuß und fanden eine weitere halbe Stunde später einen gemütlichen Biwakplatz auf einer kleinen Wiese.
Recht müde gings nach kurzem Abendessen in den warmen Schlafsack und wenig später waren wir beide auch schon eingeschlafen. Ein perfekter Klettertag ging zu Ende.
Am nächsten Tag verwehrte uns der Hochnebel einen weiteren Klettertag auf der Südseite. Wir malten uns wenig Hoffnung aus unseren Einsteig einer geplanten Tour auf die Punta Torelli zu finden und machten uns nach kurzer Rast auf der Gianettihütte auf den Rückweg nach Laret. Das Wetter war für Donnerstag schlechter angesagt und so entschieden wir uns den Bergelltrip nach dieser tollen Tour abzuschließen. Am Porcilezzo-Paß lichtete sich dann auch wieder der Nebel und wir hatten im Weiteren herrlichstes Wetter. Mühsam und lang ging es vorbei am Pedroni-Biwak zum Trubinascapass und jenseits an Ketten mit Abkletterstellen (II) hinunter in ein mühsames Blockfeld. Ich hatte ganz vergessen wie anstrengend der Rückweg über die 2 Pässe zur Sasc Furä-Hütte ist. Dort angekommen gabs erst mal was Richtiges zu trinken (kein Gletscherwasser mehr,
Smile
) bevor wir nach Laret zum Auto abstiegen. Dort trafen mir noch Raimund und Michi, die am Vortag in der Cassin unterwegs waren und wurden von Ihnen zum Wein eingeladen. Die beiden hatten noch weitere Kletterrouten in anderen Gebieten vor, für uns gings am selben Abend nach standesgemäßem Pizzaeinkehrschwung in Chiavenna zurück ins Allgäu.

Materialempfehlung:
60m Doppelseil, Camelots Größe 0,3-3 (Größe 0,4-1 doppelt zu empfehlen). Größe 3 war hilfreich jedoch nicht unbedingt notwendig. Ein kleines Hakensortiment (Für einen möglichen Rückzug/ bei schlechten Verhältnissen im Einstiegscouloir). Klemmkeile bei entsprechender Camelotauswahl nicht unbedingt notwendig. Mehrere lange Schlingen für Blöcke/ Köpfle und zum Verlängern von Zwischensicherungspunkten. Evtl. C3-Camelots oder Ballnuts/Sliders für kleine Risse (hilfreich). Steigeisen und Eisgerät für Zustieg erforderlich.

Bemerkung zur Absicherung, Charakter, Anforderung:
Überwiegend selbst abzusicherende Tour. Absicherung mit Camelots sehr leicht möglich. Im unteren Teil sind selbst die Standplätze nicht eingerichtet. Im oberen Teil sind die Standplätze öfters eingerichtet, sollten aber gelegentlich verbessert werden. Im Oberen Teil gelegentlich Zwischenhaken/Orientierungshaken. In der obigen Tourenbeschreibung ist jeder in der Tour uns aufgefallene Haken vermerkt. Das „Topoguide-Topo“ (
www.topoguide.de
) ist sehr genau und hilfreich. Die Orientierung in der Tour erfordert alpine Erfahrung. Das ganze Unternehmen an sich stellt alpinistisch höhere Anforderung (bei jedoch rein numerisch leichterem Schwierigkeitsgrad) als z.B. die „Cassin“ am Badile. Fels etwas feingriffiger als am Badile. Steinschlaggefährdet ist vor allem der Einstieg und die ersten 3 Seillängen. Sollte bereits im Zustieg Steinschlag beobachtet werden wird von einer Begehung abgeraten. Nach der 6. Seillänge sehr fester Fels. Mehrere Biwakmöglichkeiten am Pfeiler auf breiten Bändern. Zeitbedarf ab Einstieg je nach Seilschaft: 8-12h.
Die Beschreibung bei Topoguide.de, dass der Gletscher und der Bergschrund nur etwa während 3 Wochen im Jahr begehbar sind stimmt nicht. Im Herbst ist halt eine größere Randkluft, welche meist mit Eisgerät abgeklettert werden kann in Kauf zu nehmen.


Gruß
Alban


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  28.07.07 Aig. du Midi "Frendopfeiler"
Geschrieben von: Zwerggäuer - 03.08.2007, 16:05 - Forum: Frankreich - Keine Antworten

Nach den Neuschneefällen war ein extrem schwere kombinierte Nordwandführen nicht zu denken. Aber gerade die Grandes Courses waren augenscheinlich in besten Bedingungen. Schon lange wollten Frank und ich den Frendopfeiler an der Midi gehen. Die Tourenbeschreibung liest sich eigentlich sehr nüchtern für eine derart tolle Tour.

Wir fahren nach unserem Ruhetag mit einer der ersten Bahnen hoch an die Mittelstation und watscheln in einer guten Stunde zum Einstieg. gewaltig wie sich diese 1100m Hohe Wand vor einem Auftürmt. Schon witzig, wie einem in mitten dieser Bergriesen ein wenig das Gefühl für die Größe verloren geht.


[Bild: 5_Frendo_1.jpg]


Der Einsteig beginnt leicht, noch kann man seilfrei über die Schrofen gehen.


[Bild: 5_Einstieg_1.jpg]


Doch bald schon wird es schwere, wir ziehen Kletterschuhe an, damit man’s auch genießen kann und wollen auch versuchen frei zu klettern.


[Bild: 5_Luder_und_Gerdel_1.jpg]


Das Gelände bewegt sich meist zw. dem III. und V. Grad und etwas unübersichtlich. Aber irgendwie schlängelt man sich durch die Blöcke, zwischen Risse und über Platten. Seillänge für Seillänge.


[Bild: 5_Stef_Rinne_1.jpg]

[Bild: 5_frank_kamine_Fels_1.jpg]



[Bild: 5_Kamine_2_1.jpg]

[Bild: 5_frank_rinne_Fels_1.jpg]


Im oberen Drittel des Felsteils, lauert dann die Schlüsselseillänge, mit V bewertet. Typisch alte Chamonix Führer, ich hätte einen VIer ausgespuckt und da bin ich nicht alleine.


[Bild: 5_Schlssel_1.jpg]


Danach bleibt die Kletterei anhaltend schön, Risse und Schuppen wechseln sich ab, meist sehr fest und perfekt zu Sichern. Nur das Wetter scheint sich nun doch dazu entschieden zu haben, uns etwas Abkühlung zu verschaffen.


[Bild: 5_frank_ende_Fels_1.jpg]

[Bild: 5_Wolkig_1.jpg]


Bald kommen wir vom Fels in den Eisteil, 700 Höhenmeter haben wir schon, noch warten 400 mH teilweise sehr steiles Eis auf uns. Doch erst geht es den Schneegrat hoch. Sehr ausgesetzt, aber durch die Wolken nehmen wir das fast nicht wahr.


[Bild: 5_schneegrat_1.jpg]


Wir nehmen den schwierigeren linken Ausstieg des Frendopfeilers, das Eis noch einmal weit über 75° steil und nicht gerade das was man Qualitätseis nennt.


[Bild: 5_Steileis_1.jpg]


Doch auch das kann uns nun nicht mehr aufhalten, wir sind heute weit über 1000m geklettert, uns ist arschkalt, wir haben Hunger und Durst, und die letzte Bahn ist schon im Tal.

Gott sei dank haben wir einen Schlafsack dabei und die Leute der Midi ein Herz für Bergsteiger. So können wir mit ein paar anderen in den Gängen der Bahn nächtigen, sehr ramontisch
Smile
.....


[Bild: 5_Midibahn_1.jpg]


Die Geschichte vom Salbit unsrer Grande Finale, bekommt ihr erst in 1,5 Wochen
Tongue
..... Euer Stef.

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