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Unterwegs im Südwesten Europas
#11
29.05.2014 Zaragoza – Lleida 143,3 km und 828 Hm
Start um 7:20 Uhr bei gutem Wetter und kräftigem Rückenwind. Nach 45 Minuten hatten wir Zaragoza hinter uns gelassen und es ging auf der N11 mit breitem Seitenstreifen, aber viel LKW-Verkehr (Mautflüchtlinge), weiter. Dank des guten Rückenwindes kamen wir flott voran und legten um 11 Uhr nach 90 Kilometern eine Mittagsrast ein. Frisch gestärkt fuhren wir weiter bis Fraga. Dort ging unsere Straße in eine Autobahn über und mangels Alternativen befuhren wir diese verbotenerweise 12 Kilometer. Dann verließen wir sie und fuhren auf einem Servicio-Sträßchen neben der Autobahn weiter. Dort trafen wir einen deutschen Reiseradler, der unterwegs von Madrid nach Nizza ist. Um 15:30 Uhr erreichten wir Lleida (150000 Ew.) und fanden ein super Hostal zum Preis von 33,-- € incl. Frühstück. Auch Lleida hatte noch einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten, die wir noch besichtigten. Eine Burganlage und riesige Kathedrale mit einem Turm, den wir über 241 Stufen, trotz müder Beine, erstiegen. Von hier aus bot sich ein prächtiger Blick über die Stadt.

   
Fahrt nach Lleida

   
Fahrt nach Lleida

   
Kathedrale von Lleida mit Glockenturm

30.05.2014 Lleida – Tarragona 97,7 km und 1014 Hm
Der Wetterbericht lag heute total daneben. Es sollte schön sein, doch es regnete. So machten wir uns bei Nieselregen auf den Weg nach Tarragona, zurück zum Mittelmeer. Bei stärkerem Regen legten wir mehrfach eine Rast ein. Nach 60 Kilometern hörte es auf zu regnen und wir strampelten den nächsten 590 m hohen Pass hinauf. Danach ging es fast 25 Kilometer bergab mit nur wenigen Steigungen hinunter zum Hafen von Tarragona, wo sich unser Hotel befand. Später machten wir uns auf, den historischen Teil von Tarragona anzusehen. Wir mussten auch hier wieder, wie so oft, feststellen, dass die Römer schon vor uns da waren und einige großartige Bauten hinterlassen haben.

   
Regenpause

   
Passhöhe erreicht

   
Römisches Theater in Tarragona

   
Tarragona


31.05.2014 Tarragona – Barcelona 104,0 km und 740 Hm
Bei strahlend blauem Himmel brachte eine 20%ige Steigung in Tarragona unseren Kreislauf gleich in Schwung. Nach 40 Kilometern bogen wir von der Hauptroute auf eine kleinere Küstenstraße ab. Auch hier herrschte viel Verkehr aber die Aussicht auf die Küste war großartig. Die Autofahrer waren, wie fast auf unserer ganzen bisherigen Reise, wieder sehr rücksichtsvoll und gefährdeten uns nicht. Es ging zwar maximal bis auf 125 Meter hinauf aber durch das ständige Auf und Ab kamen doch wieder einige Höhenmeter zusammen. Unzählige Kreisverkehre waren zu durchfahren aber wir fanden eine ideale Strecke nach Barcelona (1,6 Mio. Ew.) hinein, die hinunter zum Hafen führte und in dessen Nähe unser Hotel lag. Dort gab es zunächst ein Problem mit unseren Fahrrädern. Wir sollten diese vor dem Hotel abstellen, da es angeblich keinen Platz im Hotel gäbe. Nach langem Verhandeln gelang es uns, dass sich auch für die Räder ein Abstellraum fand und somit stand unseren 2 Ruhetagen nichts mehr im Weg.

   
Unterwegs nach Barcelona

   
Küstenstraße

   
Barcelona erreicht


01.06. und 02.06.2014 Ruhetage in Barcelona
Wir nutzten die beiden Tage, um einige der zahlreichen Sehenswürdigkeiten Barcelonas zu besichtigen. Unter anderem gingen wir durch die Rambla, eine 1258 m lange Promenade im Zentrum von Barcelona, besuchten die Kathedrale, die Sagrada Familia (leider geschlossen), La Pedrera von Gaudi erstellt, den Park Güell, den Plaza Catalanya, den Hafen Port Vell, das Altstadtviertel Barri Gotic, den Plaza Espana mit toller Aussicht von den Arenas de Barcelona und dem Körperwelten-Museum. Weiter ging es zum Nationalmuseum (montags geschlossen), zum Griechischen Theater, zum Olympiastadion und Olympia Park. Die Fahrt mit der Gondelbahn, an der wir eine Stunde warteten, sparten wir uns, da die Abfahrtszeit 2 x um eine halbe Stunde verschoben wurde und wir nicht den ganzen Tag mit Warten zubringen wollten. So nahmen wir den Bus für Hin- und Rückfahrt zum Hotel.
Ihr seht, auch Ruhetage können recht anstrengend sein.

   
Am Strand von Barcelona

   
Rambla

   
Ein spontanes Tänzchen vor der Kathedrale

   
Casa Mila von Gaudi

   
La Petrera von Gaudi

   
Sagrada Familia (ewige Baustelle)

   
Park Güell von Gaudi

   
Port Vell

   
Plaza Espana

   
Olympiastadion
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#12
03.06.2014 Barcelona – Manresa 74,1 km und 1133 Hm
Gegen 7:15 Uhr starteten wir zu unserer nächsten Etappe. Zunächst ging es zum Columbus-Denkmal und dann weiter über die noch menschenleere Rambla-Promenade. Danach nervten die Ampeln, die uns alle 50 bis 100 Meter stoppten. Es ging stetig bergauf und als wir auf eine ruhigere Straße abbogen, wurde der Verkehr merklich geringer. Über einige Serpentinen schraubten wir uns langsam bis auf 420 m Höhe und genossen dabei immer wieder die letzten Blicke auf Barcelona und das Mittelmeer. Dann ging es wieder hinab bis auf 125 Meter und durch einige größere Städte führte die Straße hügelig weiter und wir kamen nochmals bis auf 430 Meter hinauf. Einige Kilometer später machten wir einen Abstecher Richtung Montserrat. Mit einer Kabinenbahn ging es hinauf zum Monastir Montserrat. Die sehenswerte Kathedrale liegt eingebettet zwischen Felsen und tiefen Schluchten. Die Felskulisse regt die Phantasie an und man erkennt in ihr Gesichter und Gestalten. Man kann herrliche Wanderungen unternehmen und für Sportkletterer sind unzählige Routen eingerichtet. Nach diesem sehr lohnenden Abstecher fuhren wir weiter nach Manresa mit schöner Basilika, wo wir eine Unterkunft gebucht hatten.

   
Fahrt über die am frühen Morgen noch menschenleere Rambla

   
Ein letzter Blick zurück auf Barcelona

   
Abstecher nach Montserrat

   
Kloster mit Kathedrale Montserrat

   
In der Kathedrale von Montserrat

   
Die Felsen haben oft die Gestalt von Schlümpfen

   
Alte Brücke und Basilika von Manresa


04.06.2014 Manresa – Coll de Nargo 91,3 km und 1203 Hm
Wieder starteten wir zeitig zu unserer ersten Bergetappe Richtung Andorra. Die Route schlängelte sich an den Berghängen entlang auf landschaftlich schönen und ruhigen Straßen. Immer wieder sorgten prächtige Burganlagen oder Kathedralen und Kirchen für Abwechslung. Zwei Pässe gab es heute zu überwinden. Danach folgten jeweils lange Abfahrten. Bei Oliana machten wir unsere 2. Rast, bevor es an 2 Stauseen entlang hinauf zu unserem Tagesziel ging, das wir kurz nach 15 Uhr erreichten.

   
Castell in Gardona

   
Passhöhe erreicht

   
Staumauer vom Pant d´ Oliana


05.06.2014 Coll de Nargo – Andorra La Vella 48,6 km und 672 Hm
Den Tag gingen wir heute gemütlich an, da wir nur eine kurze Etappe vor uns hatten und am frühen Morgen dunkle Wolken den Himmel verhüllten. So starteten wir nach einem ergiebigen Frühstück erst gegen 9:30 Uhr. Zunächst ging es durch eine eindrucksvolle Schlucht und das Wetter wurde zusehends besser. Langsam kamen wir auf meist leicht ansteigender Straße höher und erreichten um 12 Uhr die Grenze zum Zwergstaat Andorra. Bis hierher waren wir seit dem Start 2899 km und 25149 Höhenmeter gefahren. Von hier aus waren es dann nur noch rund 12 Kilometer, bis wir die Hauptstadt Andorra La Vella erreichten. Wir stärkten uns noch etwas, bevor wir unser Hotel für 29,-- € incl. Frühstück aufsuchten. Den Nachmittag verbrachten wir in der geschäftigen City, wo sich ein Geschäft und Hotel an das andere reiht. Der Ort liegt auf etwa 1000 m Höhe und die Temperatur betrug 25°C. Diese kurze und erholsame Etappe war für uns wichtig, da morgen der große Ritt über den höchsten Pyrenäenpass bevorsteht.

   
Unterwegs nach Andorra

   
Fahrt durch die Schlucht. Man sieht hier, wie die Autofahrer Abstand zu uns halten

   
Andorra La Vella

   
Geschäftiges Treiben in Andorra La Vella

   
Andorra La Vella; hier geht es immer gleich steil bergauf oder bergab
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#13
06.06.2014 Andorra La Vella – Puigcerda 70,1 km und 1537 Hm
Schon kurz nach 7 Uhr ging es heute los. Von Andorra La Vella, das auf 1000 m liegt, mussten wir bis auf 2408 m hinauf, um die Passhöhe des Port de Envalira zu erreichen. Der 28 Kilometer lange Anstieg mit Steigungen bis 10% war ganz gut zu befahren. Einige Wintersportorte, die an der Strecke lagen, hielten ihren Sommerschlaf ab. Langsam schraubten wir uns höher und erreichten mit einigen Pausen nach 4 Stunden den höchsten Pyrenäenpass. Bei Temperaturen um 14°C wechselten sich Sonne und Wolken ab. Auf der Passhöhe kehrten wir in einem Restaurant ein und zogen uns danach für die Abfahrt wärmende Sachen an. Ein hässlicher Wintersportort mit vielen Supermärkten zog viele Franzosen an und es herrschte Parkplatznot. Kurz nach diesem Ort kam die Grenze nach Frankreich und sofort musste man auf Schlaglöcher, tiefer gelegte Schachtdeckel und breite Spurrillen achten. Auch der Belag war vielfach in einem schlechten Zustand. Wir bogen dann zum nächsten Pass, dem Col de Puynorens auf 1920 m, ab. Dem nur 140 Meter langen Aufstieg folgte dann eine viele Kilometer lange Abfahrt hinunter nach Puigcerda auf 1100 m, wo wir in einem Hostal unterkamen.

   
Auffahrt zum Port d`Envalira

   
Auffahrt zum Port d`Envalira

   
Auffahrt zum Port d`Envalira

   
Juhu! Passhöhe 2408 m erreicht

   
Abfahrt vom Port d`Envalira


07.06.2014 Puigcerda – Limoux 117,4 km und 773 Hm
Bei starker Bewölkung nahmen wir die beiden letzten Pyrenäenpässe in Angriff. Über Mount Louis fuhren wir zunächst auf der N116 hinauf zum Col de la Perche 1579 m und gleich weiter zum Col de la Quillane 1713 m. Oben angekommen freuten wir uns auf die lange Abfahrt die durch eine bewaldete und teilweise enge Schlucht bis auf ca. 400 m hinab führte. Leider konnten wir unsere Räder nicht so rollen lassen, wie wir es gerne getan hätten, da der Fahrbahnbelag wieder sehr zu wünschen übrig ließ. In einem kleinen Ort kehrten wir noch ein und wurden von Einheimischen interessiert nach dem woher und wohin befragt. Der Frühling hält hier gerade Einzug und ganze Wiesen sind weiß voll blühender Narzissen. Das Wetter besserte sich im Laufe des Tages und die Sonne gewann die Oberhand und je tiefer wir kamen umso wärmer wurde es. Langsam entfernten wir uns von den Pyrenäen. Meist unterstützte uns heute kräftiger Rückenwind, der sich bei entsprechendem Streckenverlauf als genau so kräftiger Gegenwind bemerkbar machte. In Limoux, ca. 25 Kilometer vor Carcasonne, machten wir Quartier und genossen es, noch Zeit in dem netten Städtchen verbringen zu können.

   
Weiterfahrt zum Col de la Quillane 1713 m; Der Frühling ist im Anmarsch

   
Wiesen voller Narzissen

   
Abfahrt durch eine herrliche Schlucht nach Axat

   
Abfahrt durch eine herrliche Schlucht nach Axat


08.06.2014 (Pfingstsonntag) Limoux – Agde 137,8 km und 471 Hm
Nach einem Selbstbedienungs-Frühstück in unserer Unterkunft starteten wir gegen 8 Uhr nach Carcassonne. Zuerst fuhren wir zum Canal du Midi und beim Verlassen fuhren wir noch an der riesigen Festungsanlage vorbei. Von hier aus änderte sich unsere Route nach Osten und heftiger Gegenwind machte uns das Vorwärtskommen auf der stark befahrenen Straße schwer. Überall wird Wein angebaut und wir überquerten die letzten Ausläufer der Pyrenäen. In Narbonne schauten wir uns noch die eindrucksvolle Kathedrale an. Auf dem Weiterweg trafen wir ein Radlerpaar aus Stuttgart, das auf dem Weg nach Gibraltar ist. In Beziers hetzte uns unser GPS kreuz und quer und auf und ab durch die ganze Stadt. Die restliche Strecke zum Meer war richtig stressig, da dichter Verkehr und Baustellen das Vorwärtskommen erschwerten. Wir fuhren verschiedene Campingplätze an, aber bei allen war die Rezeption geschlossen. Zum Glück fanden wir um 19:30 Uhr doch noch ein Hotel und bei einem guten Abendessen und einer Flasche Rotwein ließen wir den Abend ausklingen.

   
Brücke und Burganlage in Carcasonne

   
Canal du Midi

   
Ausklang eines langen Tages


09.06.2014 (Pfingstmontag) Agde – Aigues-Morte 94,1 km und 235 Hm
Da wir nach den Anstrengungen der letzten Tage einen ruhigeren Tag einlegen wollten schliefen wir etwas länger und starteten erst um 10 Uhr. Es ging vielfach an Kanälen entlang und wir konnten die vielen Freizeitkapitäne nebenher beobachten. Die Temperaturen stiegen im Tagesverlauf auf 29°C an und die Sonne setzte sich immer mehr durch. Zur Mittagszeit erreichten wir Montpellier, das wir aber nur streiften. Danach ging es wieder auf Radwegen den Kanälen entlang in die Camargue. Unterwegs sahen wir Flamingos und viele typische weiße Pferde. An den großen Seenlandschaften ging es weiter zum Meer. Wegen des Feiertages waren die Badestrände sehr gut besucht und die Radwege waren oft zu geparkt. In Grande Motte ging es kilometerweit durch Ferienanlagen und wir kamen nur langsam vorwärts. Nachdem wir diesen Abschnitt hinter uns gebracht hatten, ging es zurück zur Hauptstraße, auf der es genau so lebhaft zu ging wie am Strand. Schließlich erreichten wir Aigues-Mortes mit einem mittelalterlichen Stadtkern, wo wir uns gleich wohl fühlten.

   
Flamingos

   
Radweg an den Kanälen entlang

   
Strand bei Grand Motte

   
Tor zur Altstadt von Aigues-Mortes


10.06.2014 Aigues-Mortes - Avignon 95,9 km und 132 Hm
Bei Traumwetter ging es heute schon früh durch die schöne Camargue. Ohne Frühstück ging es durch Weinbaugebiete, Reisanbau und Schilflandschaften ohne Orte. So erreichten wir nach 47 Kilometern Arles, wo wir zunächst im historischen Zentrum frühstückten. Danach sahen wir uns im historischen Altstadtbereich das Amphitheater an und schoben unsere Fahrräder durch die engen Gassen. Weiter ging es über die Rhone und danach nach Beaucarie, wo wir eine Mittagsrast einlegten. Das Thermometer zeigte inzwischen über 38°C im Schatten an aber ein leichter Rückenwind wirkte kühlend. Nach der Mittagspause ging es auf der rechten Seite der Rhone auf sehr ruhiger und schattiger Straße weiter bis kurz vor Avignon. Hier wie immer starker Verkehr und viele Ampeln. In der Altstadt fanden wir ein nettes Hotel mit Balkon. So konnten wir mal gut unsere Wäsche trocknen. Den späteren Nachmittag verbrachten wir mit der Besichtigung verschiedener Sehenswürdigkeiten und statteten auch der berühmten Brücke von Avignon einen Besuch ab.

   
Pferde der Camargue

   
Amphitheater in Arles

   
Kanal durch Beucaire

   
Oleander am Straßenrand

   
Papstpalast in Avignon

   
Die berühmte Brücke von Avignon
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#14
11.06.2014 Avignon – Les Tourrettes 100,0 km und 266 Hm
Wegen der großen Hitze ging es wieder früh los. Immer wieder überquerten wir die Rhone und fuhren mal auf der einen, mal auf der anderen Uferseite. Erstmals sahen wir blühende und duftende Lavendelfelder, dann wieder fuhren wir an Getreide- und Sonnenblumenfeldern vorbei. An den Hängen wird überall Wein angebaut und zahlreiche Burgen sind zu sehen. Leider hatten wir auch heute wieder heftigen Gegenwind und hochsommerliche Temperaturen bis 36°C. In Viviers in der Ardeche legten wir im Schatten eine lange Mittagspause ein. Der Wind legte sich etwas, dafür nahm der Verkehr auf den letzten 15 Kilometern erheblich zu. In einem Motel machten wir für heute Schluss.

   
Triumpfbogen in Orange

   
Blühendes und duftendes Lavendelfel

   
Eine von zahlreichen Burgen


12.06.2014 Les Tourrettes – Serrieres 102,9 km und 310 Hm
Nach dem Frühstück ging es zunächst auf der verkehrsreichen Hauptstraße, auf die uns unser GPS schickte, weiter. Um dem Verkehr zu entgehen wechselten wir auf das andere Ufer der Rhone, wo ein herrlicher Radweg direkt am Fluss entlang führte. Die Gegend sah aus wie am Rhein. Weinlagen an den Hängen, Burgen und am Straßenrand idyllische Orte prägen diese Gegend. Aber der Spaß hatte ein Ende, wenn ein Zufluss oder ein Seitenarm der Rhone, Bahngleise oder Industrieanlagen den Weiterweg versperrten. Dann mussten wir schauen, wo es eine Brücke gab und vielfach musste man wieder auf die Hauptstraße ausweichen und nur durch Zufall oder intensives Suchen, gelang die Rückkehr zum Radweg, die vielfach nicht ausgeschildert war. So ging es weiter flussaufwärts, mal rechts, mal links der Rhone und die Strecke wurde deutlich länger als geplant. So beendeten wir in Serrieres unseren Arbeitstag, der uns wegen der Hitze und des weiter andauernden Gegenwindes viel Kraft kostete.

   
Rhonearm

   
Tain-I` Hermitage

   
Radbrücke über die Rhone

   
Reife Kirschen am Wegesrand


13.06.2014 Serrieres – Lyon 70,8 km und 213 Hm
Bei 20°C starteten wir kurz nach 7 Uhr zur Weiterfahrt auf der Via Rhona. Über 40 Kilometer hatten wir eine landschaftlich herrliche und ruhige Fahrt. Es gab weder Orte noch Einkaufsmöglichkeiten und so gab es erst nach 40 Kilometern ein Frühstück. Hier verloren wir unseren Radweg aus den Augen und wurstelten uns durch Orte, Industrieanlagen und Kleingartenanlagen weiter. Schließlich wechselten wir auf die Hauptstraße, denn wir wollten eigentlich zur Mittagszeit Lyon erreichen. Dies war wegen der großen Umwege nicht ganz einzuhalten. Dafür fanden wir aber eine prima Strecke ins Zentrum der 3. größten Stadt Frankreichs (ca. 2,2 Mio. Ew.). Allerdings dauerte es dann noch einige Zeit, bis wir unser gebuchtes Hotel fanden. Am Nachmittag schauten wir uns noch in der sehr schönen Stadt um, die an Saone und Rhone liegt. Nach den anstrengenden Tagen mit viel Gegenwind und Hitze verbringen wir hier noch einen weiteren Tag, um auch genügend Zeit zur nötigen Erholung und Besichtigung von Lyon zu haben.

   
Via Rhona

   
Schwanenfamilie

   
Immer wieder Hindernisse

   
Lyon erreicht


14.06.2014 Ruhetag in Lyon
Den heutigen Tag gingen wir in aller Ruhe an. Nach einem kräftigen Frühstück bummelten wir durch die Stadt. Es gab viel anzusehen und auf Bildern fest zu halten. Von der Kathedrale stiegen wir hinauf zum Römischen Theater mit Ausgrabungen. Weiter ging es dann zur Wallfahrtskirche Notre-Dame de Fourviere. Von hier aus genossen wir einen herrlichen Blick über die Stadt, bevor wir durch einen Park hinunter zur Altstadt an der Saone gingen. Viele schöne Gebäude und Plätze gibt es zu bewundern.

   
Am Ufer der Saone

   
Römisches Theater mit Notre-Dame

   
Kathedrale

   
Belebte Fußgängerzone
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#15
15.06.2014 Lyon – Belley 133,3 km und 525 Hm

Wir hatten heute einen recht entspannten Radeltag. Die Temperaturen lagen zwischen angenehmen 16°C – 23°C und der Wind wehte uns nur zeitweise entgegen. Schon um 7:30 Uhr waren viele Läufer und Radler auf dem schattigen, naturbelassenen Weg mit uns unterwegs. So ging es die ersten 30 Kilometer meist direkt an der Rhone entlang, bis der Radweg wieder einmal plötzlich endete. Nach weiteren 30 Kilometern auf Nebenstraßen und mehrfachem Nachfragen, gelangten wir nach Lagnieu, wo wir wieder auf den Radweg trafen. So wie wir den Radweg gefunden hatten, so verloren wir ihn auch wieder. In Port-de-Groslee erreichten wir erneut die Via Rhona. Ab hier genossen wir die wunderschönen Naturlandschaften. Idyllische Seen mit Schwänen und Wasservögeln wechselten mit Bereichen für Badegäste und Bootsfahrer. Felsen wie im Donautal vermittelten einen heimatlichen Eindruck. In Belley beendeten wir den Tag, der uns viel Spaß gemacht hatte.

   
Am Rhoneradweg

   
Felsen wie im Donautal

   
Rhone-Radweg

   
Rhone


16.06.2014 Belley – Messery/Genfer-See 108,2 km und 864 Hm

Ständiger Begleiter unserer heutigen Tour war ein heftiger Gegenwind. Von Beginn an – Start war um 6:45 Uhr – hatten wir starken Gegenwind bei wolkenlosem Himmel und 16°C. Einige Zeit ging es wieder an der Via Rhona entlang und später auf Landstraßen, da die Via Rhona nicht durchgängig fertiggestellt ist. Immer wieder waren heftige Anstiege bis 12% zu bewältigen. Die Landschaft veränderte sich insofern, als die Hügel wieder zu Bergen wurden. Auf einer Nebenstrecke erreichten wir Genf, wo wir uns etwas umschauten und den herrlichen Blick auf den Genfer See genossen. Einige Zeit ging es am Ufer entlang, bevor es auf der Landstraße weiter zurück nach Frankreich und zum Campingplatz in Messery ging. Hier konnten wir zwar unser Zelt für 23,50 € aufstellen, aber leider waren alle Restaurants geschlossen und wir mussten improvisieren.


   
Chenaz


   
Die Berge werden wieder höher


   
Genf


   
Am Genfer See entlang


   
Auf dem Campingplatz in Messery


17.06.2014 Messery – Martigny 95km und 416 Hm

Bei immer noch sehr stürmischem Gegenwind starteten wir kurz vor 8 Uhr zur Weiterfahrt am Genfer See entlang. Auf den meist sehr engen und teilweise schlechten Straßen herrschte heftiger Verkehr. Der Wind schwächte zum Glück ab und wegen der Richtungsänderung kamen wir sogar in den Genuß von Rückenwind. Die Berge waren leider häufig in Wolken gehüllt. Der Ort Evian gefiel uns besonders gut. Von hier kommt auch das bekannte Mineralwasser. Nach 48 Kilometern erreichten wir die Grenze zur Schweiz in St. Gingolph und dies machte sich gleich durch die besseren Straßen bemerkbar. Weiter ging es teils auf Radwegen oder Radspuren entlang der Hauptstraße. Die Bewölkung nahm immer mehr zu und die ersten Regentropfen fielen kurz vor Martigny. Um 15:30 Uhr erreichten wir den Campingplatz in Martigny und sofort prasselte ein heftiger Regenschauer nieder. Hier kamen wir in einem Zimmer unter und waren so im Trockenen.


   
Markt in Evian


   
Rathaus von Evian


   
Es geht Richtung Martigny


   
Dunkle Wolken ziehen auf


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#16
18.06.2014 Martigny – Fiesch am Furkapass 119,0 km und 854 Hm
Bei stark bewölktem Himmel fuhren wir kurz vor 7 Uhr von Martigny los. Je weiter wir Rhone aufwärts kamen desto besser wurde das Wetter. Vielfach ging es entlang der Rhone aber auch hier war es schwierig, den Radweg zu finden. So ging es im Zickzack über Sierre und Sion bis kurz vor Visp. Hier trafen wir 2 australische Fernradler, die wir bereits in Sierre getroffen hatten, wieder. Dazu gesellte sich noch ein holländisches Paar, das ebenfalls Orientierungsprobleme hatte. Zu sechst fuhren wir hintereinander bis Visp, wo sich unsere Wege wieder trennten. Im ganzen Rhonetal werden die Wein-, Obst- und Gemüsefelder künstlich beregnet und wir bekamen beim Vorbeifahren immer wieder eine unfreiwillige Dusche ab. Dann ging es von Visp aus nach Brig und von dort weiter hinauf nach Fiesch auf 1050 m Höhe. Dort stellten wir unser Zelt auf dem CP auf (40,20 Sfr. für 4 qm Wiese mit Toilette und Waschgelegenheit. Duschen gegen Aufpreis.) Kaum hatten wir das Zelt aufgestellt, begann es zu regnen. Unter einem Vordach kochten wir uns noch ein Nudelgericht und legten uns dann schlafen.

   
Von Martigny nach Sierre

   
Vereinte Wegsuche nach Visp

   
Auffahrt nach Fiesch


19.06.2014 Fiesch – Flüelen am Urner See 103,7 km und 1582 Hm
Nach einer kalten Nacht mussten wir zuerst das nasse Zelt zusammen packen und uns für die Passfahrt startklar machen. Bei 6°C ging es um 7 Uhr auf die noch recht ruhige Straße. Immer wieder waren steile Rampen zu überwinden, an denen wir kurze Strecken auch schoben. Das Wetter wurde immer freundlicher und die Sicht auf die Berge wurde zunehmend besser. Nach 32 Kilometern erreichten wir Gletsch auf 1760m. Dort war großes Radlertreffen, denn 5 Engländer und 2 Holländer machten sich ebenfalls auf den Weg zum Furkapass. Über viele Serpentinen gewannen wir weiter an Höhe und waren völlig überrascht, als wir an einer dieser Kehren von unserem Sohn Christian mit Familie, sowie einem Freund, empfangen wurden. Damit hatten wir nicht gerechnet. Wir freuten uns riesig, über das unerwartete Wiedersehen. Zwischenzeitlich hatte sich der Himmel mit dunklen Wolken überzogen und wir verabschiedeten uns und machten uns auf den Weiterweg zur Furka Passhöhe auf 2436 m. Auch hier gab es noch einige steile Passagen bis 14 % Steigung zu überwinden aber schließlich erreichten wir die Passhöhe, wo wir uns zunächst einmal warme Sachen anzogen. Bei der Abfahrt fielen die ersten Tropfen und ein strammer Gegenwind machte uns erheblich in den oft engen Kehren zu schaffen. Völlig unterkühlt suchten wir unterwegs ein Lokal auf und nahmen eine warme Suppe zu uns, um uns etwas aufzuwärmen. Dann ging es weiter und kurz vor Andermatt mussten wir eine Regenpause einlegen. Nach der Regenpause ging es hinunter durch die Teufelsschlucht mit vielen Baustellen und dichtem Verkehr. Als die Abfahrt zur Autobahn kam hatten wir die Straße fast für uns alleine und wir genossen die herrliche Abfahrt hinunter nach Altdorf und weiter bis nach Flüelen am Urner See. Dort fanden wir Unterkunft in einem netten Privatquartier.

   
Auffahrt Richtung Gletsch

   
Auffahrt Richtung Gletsch

   
Radlertreff in Gletsch

   
Furkapass

   
Überraschungstreff mit der Familie

   
Kurz vor der Passhöhe

   
Geschafft

   
Fahrt durch die Teufelsschlucht

   
Abfahrt nach Altdorf


20.06.2014 Flüelen – Bülach 95,5 km und 654 Hm
Heute ging es mehreren Schweizer Seen vorbei. Zunächst ging es spektakulär am Urner See entlang. In Brunnen hatte man auch einen schönen Blick auf den Vierwaldstätter See. Vorbei an Schwyz stand als nächster der Lauerzer See auf dem Programm, bevor es zum Zuger See weiter ging. In der sehenswerten Altstadt von Zug legten wir eine Pause ein. Es folgte, wie zwischen den anderen Seen auch, wieder ein Aufstieg, bevor es nach Zürich hinunter ging. Am Zürichsee sahen wir dem lebhaften Treiben an der Uferpromenade zu. Auch die Innenstadt mit schönen Gebäuden, Plätzen und Kirchen ist sehenswert. Für uns ging es auf Radspuren und Radwegen weiter über Kloten nach Bülach. Hier bekamen wir in einer Pizzeria, die uns von Einheimischen empfohlen wurde, Quartier. Bei Bier und Pizza genossen wir den Abend und waren froh, eine trockene Unterkunft zu haben, da dunkle Wolken am Himmel aufzogen.

   
Urner See

   
Strecke am Urner See

   
Altstadt von Zug

   
Zürich

   
Bülach
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#17
21.06.2014 Bülach – Herdwangen 112,4 km und 943 Hm
Wir gingen den Tag ganz gemütlich an. Erst um 9 Uhr starteten wir Richtung Rhein. Den Rhein-Radweg erreichten wir bei Eglisau. In diesem Bereich ist dieser vielfach nicht geteert und wir wurden hin und her und hinauf und hinunter mit sehr steilen Passagen geleitet. So kamen viele unnütze Höhenmeter zusammen, die uns viel Mühe und Zeit kosteten. Über Rheinau ging es dann nach Laufen am Rheinfall. Hier hatte es uns zu viel Betrieb und wir wollten unsere Räder nicht unbeaufsichtigt stehen lassen. So fuhren wir in Richtung Schaffhausen und bogen an der ersten Brücke auf die andere, ruhigere Seite zum Rheinfall auf Neuhauser Seite ab. Hier konnten wir unsere Räder mit schieben und die Wasserfälle gut besichtigen. Weiter ging es dann nach Schaffhausen und zunächst weiter am Rhein entlang und zur deutschen Grenze in Gottmadingen. Über Singen am Hohentwiel ging es weiter über die hügelige Landschaft des Hegau nach Stockach. Es folgte die nächste Hügelkette des Linzgaus, die uns wieder auf 695 m Höhe hinauf führte. Auf Nachfragen fanden wir dann ein schönes Zimmer in einem Gasthof in Herdwangen.

   
Der Rhein ist erreicht

   
Fahrt nach Schaffhausen

   
Laufen am Rheinfall

   
Der Rheinfall

   
Die Vulkankegel des Hegau


22.06.2014 Herdwangen – Laupheim 101,7 km und 277 Hm
Den letzten Radltag begannen wir nach einem guten Frühstück und wolkenlosem Sonntagswetter erst um 10 Uhr. Zwar blieb uns der Gegenwind während des ganzen Tages erhalten aber daran hatten wir uns ja schon gewohnt. Ein längerer Anstieg vor Pfullendorf und ein steiler Aufstieg durch Pfullendorf waren die letzten Erhebungen, die sich uns noch in den Weg stellten. Doch diese stellten kein nennenswertes Hindernis mehr dar und so ging es auf vertrauter Strecke weiter auf dem Donau-Radweg über Krauchenwies und Mengen nach Riedlingen. Hier gab es noch einen Eisbecher, bevor es zurück nach Laupheim ging. Gesund und wohlbehalten erreichten wir nach 4569 km und 35412 Höhenmetern um 15:30 Uhr unseren vertrauten Heimatort, Laupheim.

Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis wir die vielfältigen Eindrücke dieser langen und abwechslungsreichen Radreise verarbeitet haben.

   
Pfullendorf

   
Schöne Altstadt von Pfullendorf

   
Pfullendorf

   
Zielfinger Seen zwischen Krauchenwies und Mengen

   
Riedlingen an der Donau

   
Der Bussen 767 m, Hausberg Oberschwabens
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