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Hoch Ducan - Nordgully
#1
Diese Linie hat mich seit ich sie letzten November gesehen habe, nicht mehr los gelassen. Gestern hat´s endlich geklappt und wir konnten sie begehen. Bericht und Bilder folgen, die Topo und Beschreibung dazu findet ihr hier:
http://files.beneries.de/HochDucan_Nordgully_Topo.pdf
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#2
Hier noch mein Bericht dazu:
http://beneries.de/hoch-ducan-nordgully/
und der Eintrag auf basislager.ch
http://www.gipfelbuch.ch/gipfelbuch/detail/id/59498

Ich würde mich über Wiederholungen und eure Meinung /Berichte zu der Route freuen!
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#3
Wie ich soeben aus zuverlässiger Quelle erfahren habe, hat die Tour gestern ihre erste Rotpunkt-Begehung erhalten. Die zwei Delinquenten sind im Forum wohlbekannt und werden hier sicherlich Bericht von ihrem schändlichen Treiben erstatten... Big Grin
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#4
Gibts von den Wi5 Seillängen auch Bilder?

7-10m 90° hatte beim Robel Hias damals für WI 3 gereicht....
So ne Klassiche WI 5 wäre z.B. mal der Thron - der ist auf ca. 60m 90°.
SS geht auch nicht mit WI5 zusammen WI 5 ist eher so ED1 bis ED3 je nach Ernsthaftigkeit.
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#5
(04.04.2013, 11:52)Zwerggäuer schrieb: Gibts von den Wi5 Seillängen auch Bilder?

7-10m 90° hatte beim Robel Hias damals für WI 3 gereicht....
So ne Klassiche WI 5 wäre z.B. mal der Thron - der ist auf ca. 60m 90°.
SS geht auch nicht mit WI5 zusammen WI 5 ist eher so ED1 bis ED3 je nach Ernsthaftigkeit.

Wenn es dir dann besser geht, sieh sie als mit WI4+ bewertet an. Gängigen Definitionen zufolge muss eine Passage nicht mindestens 50m senkrecht sein, um als 5 durchzugehen. Ferner ist die Stelle sowie die darauffolgende Passage schwer abzusichern, was ja im WI-Grad auch einbezogen wird.

Einen direkten Zusammenhang zwischen Eisgrad der schwierigsten Seillänge und Hochtouren-Bewertung, die eher die Gesamtanforderung mit mehreren Faktoren einschließt herzustellen, halte ich für gewagt.

Für mehr Bilder sei dir Albans Bericht ans Herz gelegt.
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#6
Aber 10m senkrcht machen keine Wi5 sondern eine Wi3, bei schlechter Absicherung wie Röhreneis Wi4 . Hier gehts nicht um halbe grade sondern darum das ganze mal richtig einzustufen, ich möchte auch nochmal in Erinnerung rufen, das bei Wi7 die Skala aufhört! Wenn einer einen Wi3 Wasserfall freeSolo klettert hat er auch keinen Wi5 gemacht, obwohl nicht abgesichert!


Mir scheint das allgemein ein Trend zur verflachung der Schwierigkeit einzug hält. Irgendwann gibt es nur noch WI5 und WI6.

Die Bilder von Alban kenn ich, kann aber auch kein WI5 (M5 mag sein, aber das ict nicht das gleiche weil hier die Skala bis Momentan 14 geht und nach oben offen ist!) erkennen, bei bilder vom Tobi im Crack Baby da sehe ich steilheiten im Bereich WI5 und 6 .

Ach hier nochmal die definition für Wi5 (Ich habe Wikipedia bemüht, ist aber der ausschnitt aus dem Gadd Buch):
WI4 - kurze Passagen mit Röhreneis möglich - kurze Abschnitte senkrechtes Eis möglich
WI5 85–90 - längere senkrechte Passagen

Wenn man mal bedenkt das eine klassische Eisflanke mit 55°-60° so im Bereich D+ bis SS- liegt ist das gar nicht so gewagt, wie mir scheint.

Und ja es geht mir deutlich besser wenn es im alpinen Bereich keine Phantasiebewertungen gibt!
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#7
Nach dem dass Fass jetzt schonmal aufgemacht ist melde ich mich zum Thema auch zu Wort.
Die angebliche WI5 ist auch mir gleich nach der Begehung sehr sehr fraglich vorgekommen und auch im direkten Umfeld gab es kritische Stimmen. Wollte mich aber diesbezüglich noch nicht äußern, da ich es noch nicht geklettert habe. Ich meine die Schwierigkeitsbewertungen im Eis werden sicher immer ein streitbares Thema sein, aber WI5 bei den paar Metern gibt es eigentlich nicht!!!

Da der Stef ja schon das Crack Baby und die Bilder aus meinem Bericht angesprochen hat. Der Flo mit dem ich es vor vier Wochen geklettert bin, kennt sich nun wirklich sehr gut in den höchsten Eisgraden aus und er hat das Crack Baby bei unseren Verhälnissen maximal in einer Seillänge dem 6. Eisgrad zugeschrieben! Alle anderen der extrem steilen und anhaltenden Seillängen eher WI5 und WI 5+, nur mal zum Vergleich, was WI5 bedeuten kann !!!
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#8
Wie gesagt habe ich kein Problem damit, mich korrigieren zu lassen. Wegen mir darf das Teil gern im 4. Eisgrad einchecken. Wenn´s darum geht, auf freundlicher Basis eine Bewertung zu korrigieren, damit die Nachfolgenden die Route im Vorfeld besser einschätzen können: Gern. Wenn es allerdings um forentypisches Rumtrollen geht (was ich Keinem hier unterstellen möchte!!!), dann würde ich mich gern aus der Diskussion ausklinken.

Übrigens wird die Tour sicher noch einige Wochen gehen, ihr dürft euch gern vor Ort ein Bild machen.... Wink
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#9
Bemerkung zur Tour und Schwierigkeitsbewertung:
Die Einstiegssäule muss nicht 10m hochgeklettert werden, sondern es kann da Anfangs seitlich links neben der Säule im Presspulver igendwie hochgestemmt/gegraben werden bis man eine kleine Minigufel links neben der Säule erreicht. Hier hat es im Fels super Risse zum Hooken. Anhand dieser kann nun aus einigermaßen guter Position eine Schraube in die Säule gedreht werden und kleine Cams in Rissen links neben der Säule platziert werden. Die Eiskletterei an der Einstiegssäule geht dann mixed via Fels zur Linken und Eis zur Rechten nur wenige Meter empor bis man in eine kleine Verflachung oberhalb der Säule aussteigen kann. Daher eher eine M5-Stelle und keine WI5 (dafür ist die Säule auch zu kurz, wenn sie auch die Definition von nicht optimaler Eisqualität, Steilheit und Absicherbarkeit erfüllt).Die 15m Eisschleicherei oberhab der Einstiegssäule sind etwa M3/4 also deutlich leichter wie die Einstiegssäule aber wesentlich delikater abzusichern. Das Eis wird hier vermutlich nie besonders dick sein. Die zweite Eisseillänge ist etwa 75 Grad steil ohne senkrechte Zwischenaufschwünge, also eher WI2+ als WI3, gut zu klettern und gut absicherbar. Die 3. Länge beginnt an einem röhrigen senkrechten Vorhang. Auch wenn es nur wenige Meter sind muss hier kurz WI4 geklettert werden. In der zweiten Hälfte der Seillänge ist es etwas flacher. Der Rest der Route erfordert kaum noch schwereres Klettern. Der Weiterweg bis zum Gipfel ab Wandbuch eher gute Kondition bei viel Schnee und leichte Felskletterstellen um M2.
Ich würde die Route daher mit M5, WI4 bewerten und auf die Ernsthaftigkeit der 15m oberhalb der Einstiegssäule hinweisen wollen. Meiner Meinung nach wird es für das Abseilen immer genug Eis für Abalakovs an den Ständen geben wenn das Eis gut genug zum Einsteigen ausgesehen hat.

Die Tour mit einer SAC-Hochtourenskala einkategorisieren zu wollen dürfte schwierig sein und schafft keine Objektivität meiner Meinung nach. Wie würden Kletterer denn dann schwere Eisrouten an der Breitwangfluh bewerten die im Vergleich zu kriminellen Routen am Matterhorn, Eiger, Dent Blanche oder 4000er-Routen rein nominell dann im Gesamtanspruch über diesen stehen würden. Denke die Hochtourenskala dient dazu etwas Vergleichbarkeit innerhalb best. Hochtourentypen (Eis/Firnwände, kombinierte große Fels/Eiswände, lange Grate, Skitouren auf hohe 3000er und die 4000er) innerhalb eines Gebietes zu schaffen.

Nachdem die Tour bereits im November auf Fotos fast gleich ausgesehen hat und vermutlich aktuell noch passable Verhältnisse aufweist dürfte diese Tour ähnlich wie die Stapfentenstrasse eine interessante Tour am Anfang und Ende der reinen Eisklettersaison sein wenn noch unklar ist wo kletterbares Eis zu finden ist.
Ich bin gespannt auf Kommentare weiterer Wiederholer.

Gruß Alban
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#10
Ciao zäme,

Vielleicht gebe ich auch noch kurz meinen Senf dazu - schliesslich sind ja die Schwierigkeitsangaben auch auf meinem Mist gewachsen. Meiner Meinung nach ist die Diskussion in etwas akademische Gefilde abgedriftet. Oder geht es gar darum, die eigenen Heldentaten hervorzustreichen?
Anyway, ich habe die Einstiegssäule direkt, das heisst praktisch ohne Felskontakt geklettert. Sie lässt sich auf den ersten 4 bis 5 Meter nicht absichern, und man muss bei jedem Pickelschlag fürchten, dass die Säule zusammenbricht. Einfach etwas die Röhren wegräumen geht da auch nicht. Und nachdem ich doch auch diese Saison ein paar Wi5 und Wi5+ geklettert bin, die mich deutlich leichter gedünkt haben (z.B. Blue Magic, Brückenfall direkt, Azzurro, Lau Bij oder Modica-Noury, um mal eine länderübergreifende Auswahl zu geben), dachte ich, ok, Wi5 kann passen. Aber es ist mir klar, irgendwo auf diesem Planeten gibt es sicher auch eine Wi3 oder Wi4, die noch deutlich schwerer ist, sowie es auch Wi6er gibt, die einfacher sind. Die Tour mit dem Thron zu vergleichen ist natürlich etwas quatschig, dieser ist zwar anhaltend und viel länger senkrecht, bietet dafür saftigestes Kompakteis (wenigstens bei meiner Begehung). Aber ja, ich kann mit M5, Wi5, von mir aus auch Wi3 oder was auch immer leben. Schliesslich ging es mir nur darum, mit der Bewertung auf das Engagement hinzuweisen, welches bei einem Vorstieg nötig ist.
Betreffend Hochtourenskala: Schaut euch doch mal auf die Hochtourenbewertungen für vergleichbare Routen auf camptocamp an. Z.B. checkt die ähnlich schwere "Sorensen-Eastman" am Requin bei Wi5+/SS+ ein.

Aber ja, ich kann nur allen empfehlen, geht selber hoch, steigt ein, geniesst die paar Meter Abenteuer - und wenn ihr souverän hochkommt, dann herzliche Gratulation! Ich hatte nämlich wirklich den Schiss in der Hose (gelle, Bene Wink )

Wünsche euch einen lieben Gruss (und etwas mehr Gelassenheit in der Diskussion),
Jonas
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