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Graue Wand - „Niedermann“ (VI, 400 m), Urner Alpen 23.08.14
#1
Die Graue Wand ist ein durchaus extrem lohnendes Ziel. Wie das erste Bild deutlich zeigt gilt dies nicht nur für grandiose Granitkletterei, traumhafte Seillängen in bestem Fels oder im Falle der „Niedermann“ für Pause-Punkte, nein dies gilt bei entsprechendem Finderglück auch auf ganz anderer Ebene:):):). Nun will ich ja unter den Kletterern keine Goldgräberstimmung auslösen, aber diese 15-20 cm großen Bergkristalle waren mit Abstand nicht die einzigen die da so zu finden waren… Ich bin kein Mineralienexperte aber die Klarheit dieser Steine ist schon faszinierend und der milchige Eindruck kommt nur von äußerlichen Kratzern die man abschleifen kann.

Ein anderes Kapitel waren mal wieder, wie in diesem wettertechnisch grausigen Sommer 2014 üblich, die äußeren Bedingungen und das Wetter. Außer um auf gut verschneiten Gletschern herum zu latschen taugen die Wetterlagen leider bisher nicht allzu viel. Nun fahren wir schon im August (!) an eine Südwand zum Klettern und trotzdem friert man sich halb die Pfoten ab. Am Ausgangspunkt „Tätsch“ auf 2270 m hatte es am Morgen gerademal 3°C und in der Wand wegen ständigem Nebel und ganz leichtem Schneefall tagsüber vermutlich nicht arg viel mehr. Nur sporadisch zeigt sich auch mal die Sonne. Dennoch haben wir einen tollen Tag in dieser, unter Pause-Maßstäben, absoluten Genuss-Plaisir-Tour verbracht und Joachim konnte seine erste Granittour klettern. Hier einige Bilder von der Grauen Wand:

    unsere Fundstücke…
   
   
    Die “Graue Wand” (roter Pfeil) liegt im Gratverlauf zwischen Gletschhorn (links) und Winterstock (rechts)
    “Graue Wand” und Gletschhorn (links)
    Steigeisen im Zustieg von Vorteil
    1.SL (V+)
    1.SL (V+)
    2.SL (VI-)
    2.SL (VI-) / kaminartiges Stemmstück
    2.SL (VI-) / Sonne
    3.SL (VI) / erst eine glatte Stelle
    3.SL (VI) / dann Piazen, Juhuuu
    3.SL (VI)
    4.SL (V+) / steil und griffig
    4.SL (V+) / steil und griffig
    7.SL (VI-) / Megaseillänge an markanter Schuppe!
    7.SL (VI-) / Megaseillänge an markanter Schuppe!
    9.SL (VI) / Granit par excellence
    nur selten war zu sehen in welch herrlicher Umgebung man sich eigentlich befindet
    10.SL (VI) / Granit par excellence
    11.SL (V+) / letzte Seillänge
    nach 3,5 h Kletterzeit am Ausstieg
    dieser tolle Seilverklemmer verschaffte uns 1,5 zusätzliche Seillängen
    Abstieg im Nebel
    Abstieg im Nebel


Literatur / Kletterführer:
Topoguide, Band 1 (sehr gutes Topo)
1.Auflage 2005
Nicole Luzar, Volker Roth

Plaisir Ost
Edition Filidor
Jürg von Känel

Im extremen Fels
2. Auflage 1977
Walter Pause, Jürgen Winkler


Landkarten:
SAC Karte 1231
Urseren
1:25000


Viele Grüße
Jürgen, Joachim und Tobias
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#2
Servus Tobi,

tolle Tour habt ihr da gemacht!

Ich will nicht ausschließen, dass sich das Seil auch deshalb verhangen hat, weil die Banderole noch dran ist... bei mir war es einmal deswegen und seither mach ich die blöden Aufkleber immer sofort nach dem Kauf runter.

Gruß Niklas
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#3
Hallo Niklas,

tja, das ist sicher nicht ausgeschlossen.

Jedenfalls scheint ein Seilverklemmer an diesen Platten keine Seltenheit zu sein. Eine uns in der Route "Eisbrecher" entgegenkommende Seilschaft berichtet vom gleichen Malheur an dieser Abseilpiste erfahren zu haben.

Gruß Tobias
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#4
Hallo Tobi, hallo Niklas,

habe die Tour schon vor einigen Jahren gemacht, ein echtes " Sahneschnittchen " bei schönen Wetter natürlich.
Das abseilen in diesen Granitplatten und Rissen ist immer ein gefregg, da hilft nur um wenigstens halbwegs sicher und schnell hinunter zu kommen, den ersten ablassen und dann als zweiter am sauber gelegten Seil hinunter.
Das abziehen ist dann immer ein bischen Glücksache, wir kamen damals gut runter.

Gruß Sepp
gruß sepp
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#5
Hallo,

schlimme Nachrichten erreichten mich von der wunderschönen Grauen Wand am Furkapass! Mein Schweizer Spezl Marcel war dort beim Klettern in der Route "Eisbrecher" und berichtete von, in meinen Augen, absolut untragbaren Zuständen im Großteil der WandSadSad:

Strahler sind dort wohl aktuell (August 2015) am Ausbeuten einer Kluft im mittleren/oberen Wandteil, also mitten in den bestehenden Kletterrouten. Vermutlich auf der Suche nach Bergkristallen wurde hier durch die ganze Wand eine Fixseilpiste eingerichtet und wahllos massiv neue Bohrhaken gesetzt, völlig ohne Rücksicht auf die diversen bestehenden Routen. Der absolute Oberhammer ist aber das der ganze Aushub (Menge mindestens ca. 2-3 Kleintransporter) einfach über die Wand und die ganzen Klettertouren hinuntergekippt wurde!!!
Spinnen die eigentlich??? Sandig-feuchter-klebriger Dreck verstopft hier nun vielfach die schönen Risse und Schuppen in der Wand und Bohrhaken der Routen bzw. der Kletterabseilpiste wurden beschädigt.

Ich kann nur hoffen, dass hier in naher Zukunft etwas von "offizieller Seite" über den SAC oder den ansässigen Hüttenwirt passiert, oder natürlich lokale Kletterer bereiten diesem untragbaren Treiben auf dem "kurzen Dienstweg" ein Ende.

Viele Grüße
Tobias
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#6
Hallo Tobias,
wahrlich eine schlechte Nachricht. Ich dachte immer Strahlersucher sind auch Naturliebhaber....so taeuscht man sich.
Besonders schade ist, dass dies an einem der besten Kletterberge in den Urnern passiert. Es gibt ja dort fast an jeder anderen Ecke der Urner Strahler zu finden.
Die Touren dort bleiben bei mir aber trotzdem in bester Erinnerung.

Gruss Thomas
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#7
beim Stöbern im Netz habe ich gerade eine interessante Antwort/Information zum Thema "Strahler in der Grauen Wand" von einem der "Beteiligten" auf Marcel´s Kletterblog gefunden:

   
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