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Vorderseespitze (2889 m) von Kaisers / Lechtaler Alpen 05.04.14
#1
Von Kaisers (1518 m), dem höchstgelegenen Ort im Lechtal, aus gibt es eine ganze Fülle an großartigen Skitourenmöglichkeiten. Die Feuerspitze und die Aples-Pleisspitze sind beispielsweise häufig begangene Lechtal-Skitourenklassiker. Eine der anspruchsvolleren Touren ist die Vorderseespitze. Mit einer Gipfelhöhe von 2889 m gehört sie außerdem mit zu den höchsten Gipfeln der Lechtaler Alpen. Nachdem ein erster Versuch im Januar 2010 mit Lawinenanriss beim Übergang im Bereich des Stierlahnzugjochs zum Glück glimpflich endete, hat es nun mit der Vorderseespitze bei idealen Frühjahrsverhältnissen geklappt. Von diesem ersten Versuch stammt auch das folgende Bild, welches die Vorderseespitze im Hochwinter zeigt, gesehen aus dem Kaisertal.

    Vorderseespitze, gesehen aus dem Kaisertal (aufgenommen im Januar 2010)

Aufgrund der allgemein hohen Temperaturen hatten wir allerdings nicht gerade mit perfekten und sicheren Frühjahrsverhältnissen gerechnet. Nach einer erstaunlich sternenklaren Nacht sind sie aber doch eingetreten und der steile Aufstieg erfolgte größtenteils über ideal harten und griffigen Schnee. Der steile Übergang von der West- auf die Ostseite des Berges bei P. 2635 in der Nähe des Stierlahnzugjochs stellte ebenso kein Problem dar wie der steile exponierte Übergang auf den Vordersee Ferner. Auch die ca. 100 Hm am SO-Grat habe ich mir irgendwie etwas anspruchsvoller vorgestellt.

Aufgrund der Wetterprognosen mit schneller Wetterverschlechterung im Tagesverlauf und den erwarteten hohen Temperaturen sind wir noch am Freitagabend nach Kaisers gefahren und haben dort im VW-Bus übernachtet. Mit Bier und Wein verlief der Abend mal wieder recht amüsant
Wink


   

Am nächsten Morgen sind wir früh los und bereits gegen 04:30 Uhr auf den Beinen. Für die ersten 45 min durchs flache Kaisertal bis zur Kaiseralpe lohnt sich derzeit das Mountainbike noch nicht und man kann mit ein paar Mal Skitragen quasi noch fast alles mit Ski zurücklegen. Von der Kaiseralpe (1689 m) folgt man weitere gut 300 Hm taleinwärts. Interessant wird es ´dann erst wenn man in ca. 2000 m nach rechts s aus dem Kaisertal abbiegt. Denn schon recht bald wird das Gelände ganz nett steil. Harscheisen waren hier auf dem harten Schnee ganz angenehm.

   
    Der Übergang von Westen gesehen

Nach der steilen Geländestufe gilt es die kleine Scharte bei P. 2635 anzusteuern. Diese Scharte liegt etwas südlich des Stierlahnzugjochs (2596 m). Sie stellt den Übergang von der West- auf die Ostseite des Berges dar. Von der Scharte zeigen sich die Lechtaler Alpen von ihrer schönen, wilden Seite und die Blicke auf die Freispitze, die Rote Platte und die Rotspitze werden frei. In der Nacht und in der Dämmerung war der Himmel noch wolkenlose. Doch bereits gegen 07:00 Uhr Morgen hat es ganz ordentlich zu gezogen und graue Wolkenbänder standen im Norden über dem Allgäuer Hauptkamm und den umliegenden Lechtaler Bergen. Der frühe Aufbruch schien sich zu bestätigen.

    Freispitze, Rote Platte und Rotspitze (v.l.n.r)
    Blick ins Alperschontal

Auf der anderen Seite der Scharte müssen ca. 50 hm abgestiegen werden. Danach folgt eine der anspruchsvollsten Passagen der Tour. Steil und exponiert wird zum Vordersee Ferner gequert. Je nach Verhältnissen ist hier die Absturzgefahr sicher nicht zu unterschätzen. Für wenige Meter ging es schneller und einfacher mit Ski in Händen.

    ein steiles schmales Schneeband vermittelt den Übergang zum Vorderseeferner
   

Über den kleinen Gletscher an den Fußpunkt des SO-Grates und über den Grat zum Gipfel. Der Grat wird im aktuellen Skitourenführer übrigens fälschlicherweise als Südwestgrat bezeichnet. Der Grat ist sehr einfach und der II- Grad wird nicht wirklich berührt. Pickel und Steigeisen sind hier prinzipiell sicher zu empfehlen waren aber heute nicht notwendig. Bereits kurz nach 08:00 Uhr waren wir im völligen Nebel am Gipfel der Vorderseespitze (2889 m).

    Vorderseespitze mit dem von links hochführenden SW-Grat
    am SO-Grat
    am SO-Grat
    Vorderseespitze (2889 m)

Gerade passend zur Abfahrt haben sich die Wolken dann nochmal ein wenig gelichtet und wir können lässige Schwünge auf dem kleinen Gletscher ziehen. Nach dem Gletscher folgt die steile, exponierte Passage und danach geht es wieder die paar Höhenmeter hoch in die Scharte bei P. 2635 m.

    Abfahrtsfreuden auf dem Vordersee Ferner
    die steile, exponierte Passage unterhalb des Vordersee Ferner
    Der Übergang von Osten gesehen

Nach der Scharte erfolgte die Abfahrt wieder zurück ins Kaisertal. Die Bewölkung hatte zur Folge das es leider kein bisschen aufgefirnt hatte und die Abfahrt durchaus etwas ruppig war.

    Blick auf die Alples-Pleisspitze
    Abfahrt zurück ins Kaisertal
    vor der Kaiseralpe - wie gemacht für Tourengänger
Wink

   
    Blick auf den kleinen Ort Kaisers (1518 m)


Führer / Beschreibungen:
Skitourenführer Lechtaler Alpen
6. Auflage 2010
Panico
Dieter Elsner, Michael Seifert


Karten:
1:25000: AV-Karte 3/3 Lechtaler Alpen – Parseierspitze


Viele Grüße
Max und Tobias
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