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Torre Trieste - Carlesso (VI A2, VIII-, 650 Hm, 800 m), Dolomiten 22.09.12
#1
„Der Torre Trieste, ein Pfeiler, der die klassische Gestalt eines Dolomitengipfels hat, lehnt sich an die gigantische Zitadelle der nördlichen Civetta-Gruppe ... es gibt wenige abschreckendere Abbrüche als diese Wand.“

„In diesem Jahr war Carlesso und Sandri nach äußerst schwieriger Kletterei die Eroberung der Südwand gelungen ... Carlesso hatte die Angewohnheit, Haken in Risse zu dreschen, wo sie kaum zwei Zentimeter in den Fels eindringen konnten. Ich hatte dies bereits am ersten Haken bemerkt ...“

aus: Giusto Gervasutti – Bergfahrten. Anlässlich eines Versuches, mit Sturz von Gervasutti, an der Südostkante 1934


„Wer von Listolade zur Vazzolerhütte aufsteigt, kann beim ersten überwältigenden Anblick des Torre Trieste … nicht gleich fassen, daß ihn hier das „Allerletzte“ im schwersten Fels erwarten soll.“

„Die Carlesso blieb übrig, jeder Extreme träumt heute von ihr. Ihr Schwierigkeitsgrad VI A2 kommt in diesem Buche nur sechsmal vor. Unsere Südwand ist die längste: Das sagt genug ...Daß diese Führe, eiskalt sei es gesagt, die Schwierigkeiten am Cassinweg der Westlichen Zinne und die in der Marmolada-Südwestwand von Solda übersteigt, wurde lang bestritten. Der Streit dürfte sich unter den wenigen dazu berufenen Extremkletterern gelegt haben.“


aus: Walter Pause - im extremen Fels.


„Torre Trieste – Carlesso“, einer der Inbegriffe großer klassischer extremer Dolomitenkletterei, und seid Generationen der Traum vieler Alpinisten und Kletterern. Steilstes Gelände vom Einstieg bis zum Gipfel, äußerst anhaltende Schwierigkeiten in anspruchsvollem Gelände, mindestens 22 Seillängen, Kletterzeit 8-11 Stunden, klassische alpine Absicherung und ein berühmt-berüchtigter Abstieg der wohl schon viele Seilschaften zum Notbiwak gezwungen hat verhelfen der „Carlesso“ zu ihrem Anspruch und ihrem enormen Nimbus. Das große Meisterwerk von Raffaele Carlesso und Bartolo Sandri aus dem Jahr 1934 !!! Insgesamt eine beeindruckende großartige Unternehmung die man nicht so schnell vergessen wird.

Natürlich hat die „Carlesso“ auch einen Platz in Walter Pauses „im extremen Fels“ und ist wohleines der Highlights dieses Buches, zu mindestens unter den reinen Felstouren.Im ersten Pause-Band ist die Tour gar mit dem legendären Schwierigkeitsgrad VI A3 bewertet, welcher dort nur wenigen Touren vergeben wurde, u.a. Hasse-Brandler, Schweizerführe und Scheideggwetterhorn. Im zweiten Pause-Band fand eine Umbewertung statt und die „Carlesso“ war nun VI A2, wovon es auch nur sechs Touren gibt. Lediglich die Zinnentouren Hasse-Brandler und Schweizerführebehielten ihr A3. Auf jeden Fall war sie Jahrzehntelang eine der hochgehandleten Touren wenn es um Diskussionen um das „Allerletzte“ an Schwierigkeiten in den Dolomiten ging. Natürlich stammen die Zitate und die Pause -Bewertungen aus einer anderen Zeit und über diverse Zitate (siehe oben) wird man heute sicher etwas schmunzeln müssen.

    Torre Trieste
    Torre Trieste - Carlesso

Nach der Arbeit machen wir uns am Freitagnachmittag mal wieder auf den Weg in die südlichen Dolomiten. Nach der Sass Maor Ostwand und der Agnerkante nun zum 3. Mal innerhalb von 4 Wochen. In der genialen Pizzeria/Bar/Pub „Dolomie“ kenne ich den Kellner schon und wir sind in der Versuchung dort bei Pizza und Bier zu verhocken, entsinnen uns dann aber doch wieder an das morgige große Ziel, und fahren schnell noch hoch bis zu den Parkplätzen am RifugioTrieste um in den Schlafsack zu kommen.

Um 03:55 Uhr klingelt unbarmherzig der Wecker und kurz vor halb fünf geht es los. Ungefähr eine Stunde über den breiten Fahrweg in Richtung Rifugio Vazzoler bis nach rechts der Weg 558 abzweigt. Der Weg führt zunächst weiter bergauf und direkt unter dem Vorbau des Torre Trieste durch. Direkt nach dem der Weg leicht bergab führt erreicht man ein markantes Bachbett. Dieses Bachbett wird zunächst orografisch rechts, dann links auf Trittspuren angestiegen bis links das markante Einstiegsband in die Wand hinaus führt. Während des Zustieg war es die ganze Zeit nebelig und natürlich noch stock finster, so haben wir das Band nicht erkennen können und sind etwas zu hoch gestiegen. Also haben wir erstmal etwas abgewartet bis es etwas heller wurde und der Nebel etwas den Blick freigab. Wenig später war alles klar und es geht auf dem Band hinaus in die Wand, vorbei an zwei guten Biwakplätzen bis zum Einstieg.

    auf dem Einstiegsband geht es hinaus in die steile Wand

Alle weiteren Angaben zu Seillängen und Schwierigkeiten in diesem Bericht beziehen sich auf das gute Topo von Frank Nebbe aus dem Internet:

Die ersten beiden Seillänge führen über leicht geneigt, nicht übersicherte Platten. Insgesamt deutlich rechts halten.

    1. SL (IV, 30 m)
    2. SL (IV+, 20 m)

Mit der 3. und 4. SL geht es dann gleichmal richtig zur Sache, es geht hinein ins steile Gemäuer und man weiß gleichmal woher der Wind in den nächsten Stunden wehen wird. Mehrere Varianten möglich, Standplatz und Hakencaos in diesem Bereich. Die A1 Querung in der 4. SL muss aber zwingend erreicht und gefunden werden. Der die ganze Zeit vorhandene Nebel erleichterte die Orientierung auch nicht gerade.

    3. SL (V A1, 15 m)
    4. SL (VI A1, 30 m)
    4. SL (VI A1, 30 m)
    4. SL (VI A1, 30 m)

Über undurchsichtiges Gelände geht es in der 5. SL (V-, 50 m) relative gerade hoch bis markante sperrende Dächer den Weiterweg sperren. Es folgt eine zwar leichte aber nicht ganz ungefährliche Quergangsseillänge 6. SL (IV+, 40 m)auf einem brüchigen schuttbedeckten schmalen Band. Lediglich ein Haken auf 40 m Quergang und was zusätzliches unterzubringen ist bei dem Bruch auch nicht wirklich möglich. Stand am Ende der Seillänge an einem windigen Normalhaken!Da hilft nur: „Jochen ich hab nen schlechten Stand“

    5. SL (V-, 50 m)
    Jochen am Stand nach der 5. SL (V-, 50 m)
    6. SL (IV+, 40 m) – sehr exponiertes und nicht wirklich absicherbares Band
    6. SL (IV+, 40 m) – sehr exponiertes und nicht wirklich absicherbares Band


Vom super Stand am unteren Band zunächst aufs obere Band (Haken und Cam) und über einen kurzen Wulst drüber. Anschließend mal kurz etwas leichteres Gelände und die 7. und 8. SL können zusammengefasst werden. Vor dem 1. großen Latschenband am Torre Trieste muss nochmal richtig geklettert werden. Die 9. SL (V A1, 40 m) führt zunächst über bläuliche Platte unter einen Überhang und dann über ihn hinweg. (Leider keine Bilder von dieser Länge). Danach steht man auf dem 1. Band welches theoretisch eine Fluchtmöglichkeit nach rechts rüber zum Abstieg darstellt. Endlich haben wir auch die Nebelsuppe unter uns gelassen und die Stimmung über dem Nebel war genial.

    7. SL
    gleich auf dem 1. Band der Südwand
    Torre Venezia

Auf dem Band geht es ca. 60 m im Gehgelände nach links bis zum nächsten Stand. Es folgen zwischen 1. und 2. Band mit der 11. und 12. Seillänge zwei tolle Seillängen im steilen Gemäuer mit schönen Kletterpassagen:

    11. SL (V A0, 40 m)
    durchgerosteter Haken
    Edelweiß gibt es viele
    Jochen am Stand vor der 12. SL
    12. SL (VI+ oder V+ A1, 45 m) – herrliche Seillänge
    12. SL (VI+ oder V+ A1, 45 m) – herrliche Seillänge
    12. SL (VI+ oder V+ A1, 45 m) – herrliche Seillänge

Auf dem 2. Band angekommen gäbe es wieder die Möglichkeit nach rechts aus der Wand zu queren. Dies ist die letzte Fluchtmöglichkeit und jeder sollte sich vor dem weiterklettern überlegen ob er noch die absolut notwendigen Reserven für die folgenden schweren elf Seillängen hat. Hier ist gerademal Halbzeit!!! Auf dem Band geht es wieder ca. 60 m nach links, eine Stelle abkletternd, bis zu einem bequemen Standplatz mit super Biwakmöglichkeit. Mit der langen und anspruchsvollen 14. SL (VI- A0, 45 m) wird gleich mal deutlich dass es im oberen Teil nochmal richtig zur Sache geht. Mit den Kräften haushalten, denn in der nächsten Länge kommt die berühmt-berüchtigte „Carlesso-Platte“.

    14. SL (VI- A0, 45 m)
    14. SL (VI- A0, 45 m)

Nun folgt also die berühmt-berüchtigte „Carlesso-Platte“, die Schlüsselstelle am Torre Trieste. Schon viel habe ich über diese heiklen Meter gehört und gelesen. Entsprechend respektvoll starte ich in diese 15. SL. Über die genaue Bewertung gibt es ungefähr soviele Angaben wie Beschreibungen. VI A2 ist die klassische Bewertung aus dem Pause-Buch und vom AV-Führer. Freigeklettert soll diese legendäre Schlüsselstelle anscheinend VIII- sein. Wobei ich von extrem starken Kletterern gehört habe, dass es mit VIII- nicht (mehr) viel zu tun hat. Anscheinend hat es an dieser Stelle in den letzten Jahren einen Griffausbruch gegeben. Sollten hier Haken fehlen durchaus A3. Derzeit hängen zwar, an was auch immer, allerhand Schnüre, Drähte und Schlingen herum. Trotzdem ist es schon einfach schwer und man kann es kaum glauben wie dieser Raffaele Carlesso im Jahre 1934 hier drüber gekommen ist. Ein scheinbar schon ein Weilchen herausgerissene Haken begrüßt einen derzeit übrigens gleich zu Beginn (siehe Bild), und lehrt einen vielleicht auch technisch eher sanft zu klettern.Nach den technischen Metern folgt aufgrund eines fehlenden Hakens, noch eine anspruchsvolle plattige Freikletterstelle (ca. VII-) nach rechts hin zum Stand in der Nische.

    15. SL (VI A2, oder VIII-, 15 m) – Blick auf die ganze Seillänge
    15. SL (VI A2, oder VIII-, 15 m) – die eigentliche „Carlesso-Platte“
    „Carlesso-Platte“ – der derzeitige Begrüßungshaken
    „Carlesso-Platte“
    am Stand nach der „Carlesso-Platte“
    Jochen kurz nach der „Carlesso-Platte“

Nach dieser Schlüsselseillänge ist es aber noch lange nicht gelaufen. Es folgen drei steile und schöne aber trotzdem einfach auch sehr anstrengende Seillängen. Insbesondere der luftige Hangelquergang an fast schon Verdon ähnlichem Fels lässt das Kletterherz höher schlagen.

    16. SL (VI-, 35 m)
    17. SL (V A0, 20 m) – Verdon lässt Grüßen
    17. SL (V A0, 20 m) – Verdon lässt Grüßen
    17. SL (V A0, 20 m) – toller Hangelquergang
    Torre Venezia, Cima del Bancon mit ihrer berühmten Ostwand und der Torre di Babele (v.l.n.r.)
    18. SL (V+, 50 m)

Es folgen ca. 70-80 m Meter leichteres Gelände (II bis IV-) bis auf einen Pfeilerkopf unterhalb der markanten Ausstiegsverschneidungen und somit endlich mal eine Passage zum etwas „erholen“, auch moralisch. Wir entscheiden uns für den heute üblicheren Direktausstieg aus dem Jahr 1956, erstbegangen von keinem geringeren wie Dieter Hasse. Also ca. zwei Jahre vor seiner wohl berühmtesten Erstbegehung an der Großen Zinne zusammen mit Lothar Brandler, Jörg Lehne und Sigi Löw.
Im diesem Ausstieg muss nochmal richtig geklettert werden und insbesondere die zweite Seillänge erfordert an zwei Überhängen etwas Kraftreserven. Bis zum letzten Meter bleibt es schwer.

    20. SL (V A0, 30 m) – erste Seillänge im Direktausstieg
    21. SL (VI- A0, 30 m) – zweite Seillänge im Direktausstieg
    21. SL (VI- A0, 30 m) – zweite Seillänge im Direktausstieg
    21. SL (VI-, 50 m) –am Beginn der dritten Seillänge im Direktausstieg
    21. SL (VI-, 50 m) –am Ende der dritten Seillänge im Direktausstieg

Gegen 17 Uhr nach rund 10 h anstrengender Kletterzeit stehen wir überglücklich über diesen Megaklassiker auf dem Gipfel des Torre Trieste. Wir haben den ganzen Berg für uns allein, denn ansonsten war keine einzige Seilschaft am Berg, und das bei dieser Wolkenstimmung … einfach genial …

    Am Gipfel des Torre Trieste
    Am Gipfel des Torre Trieste
    Am Gipfel des Torre Trieste

Der berühmt-berüchtigte Abstieg vom Torre Trieste hat den Ruf, einer der anspruchsvollsten der ganzen Civetta zu sein und hat wohl schon viele Seilschaften zum Notbiwak gezwungen. Als wir vom Gipfel aufbrechen haben wir noch ca. 2,5 h Tageslicht und sind guter Dinge noch vor der Dunkelheit wenigsten den anspruchsvollsten Teil hinter uns zu bringen. Soweit so gut, wir kommen auch mit den im Info-Teil erwähnten Abstiegsbeschreibungen von Ivo Rabanser und Markus Stadler sehr gut voran. Es folgen das Fixseil, der große Klemmblock, der Cozzi-Kamin, die Scharte zwischen Torre Trieste und Cima Busazza. Von dort folgen mehrere Abseilstellen (Beschreibungen genau beachten) bis auf das zweite Band welches von der Südwand herauszieht.

    Fixseil unterhalb des Gipfels
    nicht mehr lang dann waren wir im Nebel

Was uns aber ab dem „2. Band“ zunächst einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht hat war der immer dichter werdende Nebel. Ungefähr ab der gleichen Stelle wie Markus Stadler den richtigen Abstieg verloren hat, sind auch wir orientierungslos in den Schluchten und Rinnen des Torre Trieste. Wir seilen noch in die orografisch linke Schlucht ab doch ab dann weiß ich bis heut nicht wo genau wir in der Folge runter sind und auch die Rabanser-Beschreidung ist wertlos geworden wenn man nicht weiß wo man eigentlich ist. Durch den zunächst einsetzenden Nebel hat sich das Tempo deutlich verlangsamt und wenig später kam auch noch die Dunkelheit. In der Schlucht sind wir weiter abgestiegen bis uns eine Art Steinmann nach links hinaus auf einen Sporn geleitete hat. Das abklettern wurde immer schwerer und brüchiger und durch Zufall klettern wir plötzlich an einen alten Abseilstand an zwei Normalhaken. Noch selten so froh über zwei alte Rostgurken gewesen. In der Folge ging es durch eine tiefe eingeschnittene Schlucht an ca. 4 Abseilstellen an Klemmblöcken und Normalhaken hinab. Zu allem Übel hat sich einmal auch noch das Seilverklemmt und es geht keinen Meter vor oder zurück. Wir knobeln. Schere schlägt Blatt. Jochen trifft es und er muss volle 40 m hochprusiken!!

    einer der Abseilstände in irgendeiner Schlucht
    40 m zusätzliche Trainingseinheit / Prusikeinlage

Danach haben wir es aber geschafft und die große Blockrinne welche hinunter zum Einstiegsband und zum dort deponierten Rucksack führt ist erreicht. Gegen 22:15 Uhr erreichen wir wieder den Wanderweg 558 und steigen noch rüber zum Rifugio Vazzoler wo wir gegen 23:00 Uhr, also ca. 19 h nachdem morgendlichen Aufstehen am Auto ankommen. Der Wirt war sogar noch wach und wir haben was zu Trinken bekommen. Er hatte uns mit dem Fernglas tagsüber beobachtete, denn allzu häufig wird die „Carlesso“ am Torre Trieste heutzutage nicht mehr begangen.

    Erleichterung - der Wanderweg 558 ist erreicht
    um 23:00 Uhr nach 19 h auf den Füßen am Rifugio Vazzoler

Zunächst hatten wir ja geplant am nächsten Tag noch ne Tour im Umfeld des Rifugio Vazzoler zu machen. Am nächsten morgen haben wir diesen Plan aber schnell ad acta gelegt, haben noch zwei Stunden geschlafen und sind danach direkt zum Auto beim Rifugio Trieste abgestiegen. Ein großartiges Abendteuer ist zu Ende und wie zum Abschied ragt im Abstieg plötzlich, fast schon mystisch, der gewaltige Torre Trieste aus dem Nebel heraus.

   
   



Torre Trieste (2458 m) -Südwand „Carlesso“:
- EB: Raffaele Carlesso und Bartolo Sandri 07. und 08.081934
- Schwierigkeit: Über die genaue Bewertung gibt es ungefähr soviele Angaben wie Beschreibungen. VI A2 ist die klassische Bewertung aus dem Pause-Buch und vom AV-Führer. Insgesamt sehr anhaltend anspruchsvolles dolomitenmäßiges V+ und VI- Gelände mit vielen A0 und A1 Stellen.Freigeklettert soll die legendäre Schlüsselstelle der „Carlesso-Platte“ anscheinend VIII- sein. Wobei ich von extrem starken Kletterern gehört habe, dass es mit VIII- nicht (mehr) viel zu hat. Anscheinend hat es an dieser Stelle in den letzten Jahren einen Griffausbruch gegeben. Sollten hier Haken fehlen durchaus A3.
- Felsqualität: Klassischer nicht immer zuverlässiger Dolomitenfels. Insgesamt aber deutlich ausgeputzt.
- Absicherung: Stände (bis auf wenige Ausnahmen) und die meisten Zwischensicherungen in einem passablen Zustand. Dennoch steckt natürlich schon auch allerhand alter Schrott herum. Mit Cams und Keilen lassen sich meistens zusätzlich gute Zwischensicherungen anbringen. Stände können mit Cams und Keilen nicht immer aufgebessert werden, was aber wie schon erwähnt derzeit auch nicht unbedingt nötig ist.
- Wandhöhe: 650m, Kletterlänge ca. 800 m
- Kletterzeit: 8-11 h


Materialempfehlung:
- 50 m Doppelseil
- 15 Exen (einige davon lang)
- 6-8 Bandschlingen
- 1 Satz Keile
- 1 Satz Cams: 0.3 bis 3
- Hammer und 5-6 Haken
- Leiter nicht nötig, Fifi dagegen ganz angenehm
- das sonstige, übliche Stand- und Abseilmaterial


Kletterführer / Topos:

Sehr gutes Topo von Frank Nebbe auf seiner Homepage:
http://frank-nebbe.de/topos/trieste_carlesso.pdf

Dolomiten vertikal, Band Süd (in den Seillängen vor dem 1. Band sehr ungenau, ansonsten gut)
2.Auflage 2005
Loboedition
Stefan Wagenhals & Freunde

Im extremen Fels
2. Auflage 1977
Walter Pause, Jürgen Winkler

Dolomiten Civettagruppe
Andreas Kubin
1.Auflage 1981
Bergverlag Rudolf Rother

Weitere Topos und sehr gute Beschreibung zur Torre Trieste SO-Kante „Cassin“. Diese Beschreibungen sind für den Zustieg und insbesondere für den anspruchsvollen Abstieg sehr zu empfehlen. Außerdem auch für die gemeinsamen Seillängen am Beginn sehr gut zugebrauchen:

PDF auf der Homepage von Markus Stadler:
http://www.stadler-markus.de/files/alpin...cassin.htm

Dolomiten: Routen und Erlebnisse
1.deutsche Auflage 2007
Versante Sud
Ivo Rabanser, Orietta Bonaldo


AV-Karten:
Tabacco Karte Nr.15
Marmolada, Pelmo, Civetta, Moiazza
1:25000


Viele Grüße
Jochen und Tobias
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#2
Nachdem Richard und ich uns tagszuvor an der Torre Trieste Westkante V+,A1 o.VI bis zur Cozzi-Scharte eingegangen hatten und nach dem Abstieg auf dem Einstiegsband übernachtet hatten,sind auch wir im Sommer 1990 die Carlesso-Route in der Torre Trieste Südwand geklettert,nicht ohne kurz vor dem Morgengrauen am Einstieg eine Seilschaft vorbeizulassen,die uns so sämtlicher Orientierungsprobleme enthob.Um den brüchigen Carlesso-Ausstiegs-Kamin zu vermeiden,hatten wir dann auch die Hasse-Direkt Variante gewählt.Nach der Abseilerei hatten wir dann unseren Biwak-Übernachtungsplatz am Einstiegsband kurz nach Eintritt der Dünkelheit erreicht.
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