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vordere Karlspitze - Göttner (7-, 270m)
#1
Da man ja schon alleine aus beruflicher Sicht seinen Horizont erweitern muss blieben wir nicht im Wetterstein, sondern fuhren in den Wilden Kaiser. Weder Martin noch ich waren schon zentral im Kaiser. Zur Kaiser Aklimatisierung bot sich die Göttner an der vorderen Karlspitze an. Fantastisch wie die kompakte Kalkplatte von einem (zumindest von der Ferne) schmalen Riss durchzogen wird.

Wir checken das mit dem direken Einstieg ned so recht und latschen deshalb orginal über das Grasband zum Einstieg der Göttner. Heute bin ich an der Reihe zuerst ein zu steigen.
So hier wartet ein super Kaltstart, eins ist klar im klassischen Kaiser geht a bissel zacher zu als im Wetterstein. Einmal fein anstehen, dann gehts scho, ner neue Schuh klebt super, danke für den Tipp Chistian.

Martin stürmt die zweite Seillänge, scho a bissel abgenudelt aber immer noch schöne klassische Kletterei. Die Sanierungen laufen im Kaiser anderes als in vielen anderen Gebieten der Alpen, in den längen werden nur die wirklich kritischen Stellen mit Bohrhaken versehen sonst bleibt der NH und mobile Sicherung die Hauptsache, also ich finds gut so.

   

   

Mit schönen Quergängen verbindet die Göttner die Risssysteme der Wand. Sehr elegant schöne Linienführung.

   

   

Nach dem Absteigenden Quergang kommt die Schlüsselstelle, 7- Platte. Ich stehe komplett überstreckt zwischen den beiden Bierhenkeln der Stelle und löse es mit einem Schrei auf, etwas erschocken wie laut das durchs Kübelkar schallt. Die Stelle ist so im nachhinein eigentlich leichter als die 3. Seillänge der Tour, aber wahrscheinlich kann ich einfach besser Plattenklettern als Rissklettern.

   

Nach dem 7- Quergang haben wir das Schwerste hinter uns, über leichteres Gelände geht es Richtung Gipfel.

   

   

Bald sitzen wir an der Abseilstelle am Gipfel und freuen uns über unser ersten Kaiser Klassiker. Per schaurig schöner Abseilstrecke durch den Matejak (ich muss die ganze Zeit an Heringsfilet denken) Kamin geht es zum Rucksack und über schnelle Geröllriesen zum Bier im Auto....

Facts:
vordere Karlspitze - Alte Ostwand (7-, 270m)
EB: A. Göttner, M. Meier, H. Biegler 1935
Material: Felskletterausrüstung, 10 Express, 50m Seil, Camalot #0.4-#3, Satz Keile
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#2
Nach der Fiames-Kante 2005 ging am Samstag,19.Oktober 2013 dank Mitwirkung von Bernhard,der aufgrund von Problemen mit dem Auto spontan eine Anfahrts-Alternative ab München mit einem Bekannten organisieren konnte,nach 8 Jahren endlich wieder ein Extrem-Pause-Wunsch in Erfüllung.Da wir in der Nähe unseres Abmarsch-Punktes noch auf den Seilpartner für unseren Chauffeur warteten,verzögerte sich der Aufbruch von der Wochenbrunner Alm doch etwas,so dass Bernhard und ich letzten Endes dann erst nach 12.30 Uhr in die "Göttner"einstiegen.Da wir zumindest zu Beginn noch auf die Option setzten,nach dem Ausstieg aus der Route die Tour anschliessend über den SO-.Grat bis zum Vorderen Karlspitz-Gipfel fortzusetzen und dafür die Abseilerei durch den Matejak-Kamin zu vermeiden, bin ich,um angesichts meiner mässigen Form Zeit zu sparen,sowohl in den Nachstiegen der SLn 1 + 3 und dem grossen Links-Quergang als auch im Vorstieg der 2ten SL die schwierigeren Stellen ab 6 klassisch A0 gegangen.Als wir dann den Ausstieg doch erst gegen 17.00 Uhr erreichten,entschlossen wir uns,auf die Fortsetzung über den SO-Grat zu verzichten und gleich über den nach dem letzten Winter-Einbruch teilweise noch recht schneelastigen Matejak-Kamin abzuseilen.Leider liess sich nach der letzten Abseilstrecke kurz vor Anbruch der Dunkelheit das Seil nicht mehr abziehen,so dass wir es erst mal hängen- und und auch die restliche Ausrüstung an Ort und Stelle liessen und zum Parkplatz abstiegen,wo kurz nach uns auch die beiden Kollegen eintrafen,die während des Tages eine Route an der Südseite der Karlspitze geklettert waren.Nachdem sie sich danach verabschiedet hatten und dafür Sonntag morgens ein weiterer Spezl von Bernhard zur Verstärkung kam,bummelten wir mit weniger Gepäck als sonst zum Material-Depot,wo wir das Seil bergen konnten und dann unter mehreren Optionen schliesslich die Rittler-Kante am Bauernpredigtstuhl gegenüber der Karlspitze auswählten.Aufgrund der Verspätungen stiegen wir,diesmal zu dritt, wieder erst gegen Mittag in die schon an diesem Tag vor uns von 2 Seilschaften,denen nach uns noch eine weitere folgte,begangenen Rittler-Kante ein,die zwar verbreitet sicher nicht mehr ganz rauhen Fels aufweist,aber doch bei weitem nicht so durchgängig speckig ist,wie in so manchen Foren-Einträgen zu lesen ist.Da in dieser Tour den Vorstiegs-Wünschen von jedem von uns Dreien entsprochen werden wollte,hiess es,sich zwei mal umzubinden,was ungeachtet der zügigen Vorstiege meiner beiden Mitstreiter das bei einer 3er-Seilschaft an sich schon ungünstigere Zeitkonto weiter belastete,sodass wir trotz der gerade mal 5 SLn aufweisenden Route sowie nach dem Ende der Abseilpiste die 2te Tageshälfte bestens ausgefüllt hatten und geraume Zeit nach Anbruch der Dunkelheit am Parkplatz ankamen,von wo Bernhard und ich durch unseren 3ten Kollegen zurück nach München gebracht wurden.
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