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Haffroute, Aggenstein Nordwand, 4.1.10
#2
Aggenstein Haffroute, 4.1.2019
- unterwegs mit Harald Bürner

Zustieg mit der Breitenbergbahn (erste Bahn unten fährt um 9 Uhr), der obere Sessellift macht erst um 9:30 rum auf. Von der Bergstation dann wenige Hm mit Ski abgefahren, aufgefellt und dann unter der imposanten Nordostwand entlang zügig zum Einstieg gequert. Dort Materialdepot, aufgerödelt, Steigeisen an die Tourenskischuh und gegen 10:45 Uhr rum recht spät mit der Kletterei gestartet.

Erste Länge (ca. 55m). Zu Beginn der Länge folgt nominell gleich Mal die schwerste Felskletterstelle auf einer Felsplatte (M5). Diese jedoch durch einen BH eigentlich ganz gut gesichert. Dieser BH war unter dem Schnee auf der Felsplatte verborgen, hat schon geholfen zu wissen wo er in etwa sein muss.
Über dem BH geht es ins Gras und kurz darauf erreichte ich den alten Doppelhaken mit dem Seilmaterial. Diesen geclippt mit langer Schlinge und waagrecht links rüber (da hat es Graspolster, geht auch gut ohne Eis)und mittels eingestreuter Grasnarben wieder gerade nach oben. Dieses Mal fand ich den BH-Stand (2 Bolts) vom Routen-Sanierer (die Bilder aus 2015 von Thomas Osterried halfen). Bei den letzten Malen bin ich eher nach rechts hochgezogen (dort altes Hakenmaterial, vermutlich der ursprüngliche Routenverlauf). Der Vorteil des BH-Standes (linkerhand)auf kleinem Schneeband war aber ganz klar das beim Seileinholen weniger Seilreibung bestand. Vom BH-Stand gerade hoch (BH bereits vom Stand sichtbar) und dann leicht rechts aufwärts zu einer vereisten Stufe (kurze Eisschraube). Diese Stufe wird vom anderen Stand (so auch bei Panico im Topo eingezeichnet) ebenfalls erreicht, kurz darüber war dann das rampenartige grosse Schneeband erreicht. Hier war nun erstens ein Profilhaken mit Markierungsreepschnur deutlich zu sehen(neu?) und zusätzlich ein paar Meter links davon ein BH-Stand. Nachdem es bis hierhin gerade mal 30m sind wars mir jetzt etwas zu kurz um hier Stand zu beziehen und bin daher (auch aus taktischen Gründen) weiter die Schnerampe links empor bis zu derem Ende. Leider zum wiederholten Male nun schon nicht den von Stef beschriebenen Ringhaken gefunden. Der Schnee aus der darüber liegenden Grasrinne verschüttet hier vermutlich gern mal die Fixpunkte. Dieses Mal konnte ich jedoch 2 Felshaken schlagen und daran Stand beziehen (Haken wieder mitgenommen). In der nun folgenden Kletterstrecke wusste ich von Stefs Begehung dass es möglich ist die folgenden beiden Längen geradlinig zu einer zusammenzufassen und tat es ebenso. Nachteil der Sicherer ist ziemlich unter Spindriftbeschuss, Vorteil zeitlich schneller und weniger Seilreibung. Das Gras war gut gefroren, gab sogar etwas Polysterenschnee, Risse für Keile oder Friends waren aber auf den ersten 30m unter Schnee verborgen. Da der viele Grasbestand in dieser Länge aber ein sicheres Klettergefühl zulässt ging es auch ohne. Einen BH hab ich laut Harald übersehen und den alten Haken auf der rechten Seite bewußt nicht geklippt da zu weit weg aus der besten Kletterlinie. Trotz zuverlässig wirkendem Graspolstern war es mit 3 Grashaken (1x Spectre, 2x ne ausgedienten alte Nomic-Haue eingedroschen)abgesichert doch etwas psychisch fordernd und Stürzen streng tabu, ich kletterte hier bewußt sehr vorsichtig und langsam. Ich lies den Stand Richtung Schottengully rüber links liegen und wußte ja, das es nur noch wenige Meter bis zum BH unterhalb des Felsriegels sind.
Als ich nach ca 35m den ersten BH clippte war ich dann doch etwas erleichtert. Dieser BH unter dem Felsriegel war wieder unter Schnee und Eis verborgen, wegen der damals angebrachten Reepschnur jedoch besser aufzufinden. Nun vom BH nach rechts zu einem rissdurchzogenen abdrängenden Felsblock an dem ich mit 2 kleinen Friends ne gute Sicherung legen konnte bevor es nach rechts exponiert querend hinter diesem in die steile enge Grasrinne ging die den Durchstieg durch den steilen Felsriegel vermittelt. Es ist dies eigentlich die für mich immer wieder schönste Kletterstelle der Tour (M4/5) und fühlt sich hier im optimalen Gras auch kurz wie Eisklettern an. Ein echtes Fest, Allgäu-Schmankerl eben. Den hier nach der Grasrinne eigentlich existierenden Fixkeil rechts nicht gefunden, aber so gut wie man dann wieder im Gras steht ist dieser auch gar nicht notwendig (auch nicht für den Nachsteiger im Falle eines Falles
Smile
) Oben dann gleich den BH-Stand auf der Felsplatte gefunden (waren ca. 55m bis hierher). Diese Länge hat nun ziemlich Zeit im Vorstieg gebraucht, da war ich froh das Harald recht zügig nachkam. Mal wieder war es recht spät am Tage an diesem BH-Stand, an dem ich 2008 und 2009 bereits 2x aus Zeitgründen umgekehrt war. Wissend aber nun was mich erwartet und mit besserem Wissen über mögliche Rückzugsoptionen entschieden wir uns noch bis zum Top zu klettern. Ähnlich wie mit Niklas damals 2010 stieg ich noch ein Stück die Schlucht hinauf über den ersten Eisabsatz(kurze Schraube möglich)und fand an dem kleinen Felskopf der in der Rinne eingelagert ist einen (neuen?)Felshaken mit Seilmaterial. Von diesem nun nicht wie 2010 weiter gerade nach hinten zu dem alten (Original)Stand sondern schräg links empor wo ich von hier einen Messerhaken sehen konnte, noch ein Stück im Gras gutmütig nach links schräg aufwärt in die „Headwall“ gequert in Richtung der linken Kante wo kleinste Fichtenbäumchen zu sehen waren. Gerade als ich den Stamm eines dieser Zwergbäumchen freilegen wollte um eine Schlinge daran zu fixieren entdeckte ich eine daran festgebundene rote Reepschnur. Als ich diese in die andere Richtung verfolgte kam ein versteckter BH zum Vorschein(Danke demjenigen der diese Markierungsrepschnur gespannt hat). Ich bezog an diesem einzelnen BH bequemen Stand und Harald war schnell zu mir aufgeschlossen. Nun weiter die stark grasdurchsetze Wand hinauf, noch den Spectre Ice-Haken an einer schwereren Stelle versenkt und irgendwann die Stelle erreicht an der der sanierte Routenverlauf mit demjenigen welchen Niklas und ich 2010 nahmen zusammenkam. Kurz oberhalb davon dann nochmal ne gutabsicherbare Felskletterstelle (M4, gut absicherbar mit Friends) und etwas oberhalb davon im wieder leichteren Gelände dann ein BH rechterhand (eigentlich nicht notwendig, evtl wurde der gesetzt damit man gut gesichert den Kampf gegen die Gipfelwächte antreten kann). Über die Wächte wars dann mal wieder etwas Gewühle aber in keinster Weise heikel. Ausgestiegen ins Flache und in den letzten Sonnenschein fand ich schräg links oberhalb, auf der linken Seite eines größeren Felskopfes den Ausstiegsstand (2BH, einer mit Abseilring).Als Harald nachkam war die Sonne gerade am untergehen. Nun schnell abgeseilt solange noch Restlicht da ist. Zuerst ging es in fast 55m zurück zum letzten Stand (BH mit roter Repschnur). Wir hinterliesen dort einen Schraubkarabiner und seilten uns von dort in ca 50m bis zu einem BH ab der auf Höhe der Querung zw. Haffroute und dem Schottengully war (entweder den 2. Stand-BH hier nicht gesehen oder der eigentliche Stand wäre noch etwas weiter links gewesen, egal). Dort wieder einen Schraubkarabiner hinterlassen und dann in ca. 57m ganz runter geseilt bis auf die Schneerampe der Steilwies. Nun hatte uns die Dunkelheit fast eingeholt. Ich machte meine Stirnlampe an und lief hinab zu dem einzelnen Abseil-BH oberhalb der Steilwies-Säule. Dieser BH mit altem Karabiner war wie auch 2010 auf der Felsplatte wegen überzuckertem Schnee nicht zu sehen. Ca. 4m rechts davon existiert von anderen auch ein neuer Abseilstand mit 2 Ring-Felshaken und Seilmaterial, ein Zeugnis, dass der Abseil-BH wohl allg. sehr schwer aufzufinden ist. Mit einem weiteren Mal abseilen seitlich der noch freihängenden und fragilen Steilwiessäule war der Wandfuss wieder erreicht. In wenigen Metern Schnewühlerei waren wir wieder bei unseren Tourenski am Einstieg angekommen.
Mit den Tourenski ging es dann besser als gedacht bis zur Talstation der Breitenbergbahn.


Anmerkungen:
Sehr schöne, ausgesprochen graslastige kombinierte Winterklettertour. Trotz der einzelnen BH (auch bei guter Routenkenntniss nicht immer alle BH auffindbar unter Schnee) anspruchsvolle alpine Tour mit teils langen Runouts im Steilgras. Ein gutes Durchfrieren der Grasnarben sollte daher abgewartet werden für einen Einstieg. Grashaken dringend empfohlen (der Black Diamond Spectre Ice Piton eignet sich mit am besten. Snargs können auch gut versenkt werden in den teils grossen Grasnarben erfordern aber ein kraftzehrendes Einschlagen. Leichter einzuschlagen (aber vermutlich mit niedrigeren Haltekräften)sind alte ausgemusterte Eiskletterhauen.
Ein kleines Set Felshaken sollte mitgeführt werden falls mal ein Stand oder psychisch wichtiger Zwischen-BH nicht auffindbar ist.
Habe dieses Mal Camelots der Grösse 0,3 bis 0,75 verwenden können. Stirnlampe sicherheitshalber mitnehmen.
Erste Bahn der Breitenbergbahn fährt unten um 9 Uhr los. Sofern es die Schneeverhältnisse zulassen Tourenski sowohl für Zustieg wie den dann sehr schnellen Abstieg von Vorteil.
U.a. auch wegen bequemen Zustieg (Bahn/Ski) und Abstieg (Abseilen, mit Ski runter ins Tal, alternativ Rodel) hat die Tour nicht nur wegen ihres speziellen Charakters das Zeug zum Klassiker. Zudem gibt es eine Webcam der Breitenbergbahn mit der man die Verhältnisse checken kann.
Wir haben die Route in 5 Seillängen geklettert. 60m-Seil dafür erforderlich. 60m-Doppelseil fürs Abseilen empfohlen.


Danke Harald dass du mich auf diese Mixedklettertour begleitet hast. Dafür hast mindestens einen Sportklettertag gut bei mir
Wink


Schön war’s

Gruß Alban
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RE: Haffroute, Aggenstein Nordwand, 4.1.10 - von Alban - 06.01.2019, 01:54

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