Mailantwort Kristian Rath:
Hallo Tobias,
Vielen Dank für deine Rückmeldung und Gratulation zu dieser außergewöhnlichen Tour. Ich habe Patrick Nairz vom LWD Tirol auf CC gesetzt. Für ihn ist das sicher eine wertvolle Information.
Um deine Frage(n) zu beantworten, müssen wir in die Schneegeschichte des Winters zurückblicken und auch etwas zu den Lechtaler Alpen sagen. Diese liegen im Übergangsbereich zwischen dem Allgäuer Alpenrandklima und dem zentralalpinen Tiroler Klima. Je nach Winterverlauf überwiegt hier manchmal das feucht-schneereiche Nordwestklima von Allgäu und Bregenzer Wald, ober aber das zentralpine Tiroler Klima. Nur in diesem Winter war alles anders!!!!!
Die Masse an feuchtem Schnee kam von Süden und nördlich des Inns kam zunächst kaum Schnee an. Die wenigen cm haben sich aufbauend umgewandelt, wie ich bei meiner Skitour am 8.12. 2019 auf den Schochen bei Hinterstein festgestellt habe. .
Danach folgten einige, nicht all zu starke NW Staulagen, die auch dem Allgäu und dem Lechtal Schnee brachten. Dazwischen gab es immer wieder einige kräftige Föhnlagen mit Tauwetter bis über 2000 m hinauf.
So: Jetzt liegt also zunächst mal flächig Schwimmschnee am Boden, überdeckt von gebundenen Schnee. Wir sprechen von einem Altschneeproblem. Vielfach haben Föhn, Tauwetter und Sturm den Schnee ordentlich umgewandelt, so dass dieses Problem bald weitgehend verschwunden war. Aber nicht überall. Die Freispitze ist fast 2900 m hoch, liegt in keiner Föhnschneiße, das Dreischartelkar ist ein abgeschirmtes, konkaves Kar. Sprich hier konnte sich das Altschneeproblem halten. Irgendwann zwischen 27.12. und 3.1. muss sich dann diese Lawine selbst ausgelöst haben. An anderen Stellen im Allgäu und im Lechtal haben sich durch Föhn, Tauwetter, Wind, Luftfeuchte schon bald die üblichen, meist gutartigen Alpenrandverhältnisse eingestellt. Nicht aber da hinten im Maudau.
Da dort hinten außer den Jägern niemand ist und niemand gräbt, hatte der Lagebericht von Tirol auch das Altschneeproblem nicht mehr auf dem Schirm. Wie auch, wenn sie keine entsprechenden Informationen erhalten.
Zum selber googlen: Altschneeproblem, Lawine Seebleskar, Lawine Jochgrubenkopf
Es war wohl eine ähnliche Situation wie 2017 im Seebleskar. Im Seebleskar und weiter zum Großstein waren wir übrigens am 6.1.2019. Wir hielten oben große Sicherheitsabstände. Die Tour wurde zuvor schon am 2.1. gemacht. Auch weitere Touren wurden dort unternommen. Da es, auch in sehr steilen Touren zu keinen Vorfällen kam, gehe ich von einem lokalen Problem im Madautal aus.
Hier hilft eigentlich nur, auf Tour in die Schneedecke zu schauen.
Falls du auf facebook bist: Hier gibt es eine "Lawinengruppe"
https://www.facebook.com/groups/lawinen/
Es wäre meiner Ansicht nach sinnvoll, wenn du diese Info auch der Allgmeinheit zugänglich machen würdest. Bei stabilen Hochdruckwetter und Stufe 1 wird der eine oder andere sich doch den Traum einer Lechtaldurchquerung erfüllen wollen. Im Bereich der Memminger Hütte, Patrolscharte, Augsburger Weg usw. sehe ich nach dieser Info Probleme.
Gruß Kristian
Hallo Tobias,
Vielen Dank für deine Rückmeldung und Gratulation zu dieser außergewöhnlichen Tour. Ich habe Patrick Nairz vom LWD Tirol auf CC gesetzt. Für ihn ist das sicher eine wertvolle Information.
Um deine Frage(n) zu beantworten, müssen wir in die Schneegeschichte des Winters zurückblicken und auch etwas zu den Lechtaler Alpen sagen. Diese liegen im Übergangsbereich zwischen dem Allgäuer Alpenrandklima und dem zentralalpinen Tiroler Klima. Je nach Winterverlauf überwiegt hier manchmal das feucht-schneereiche Nordwestklima von Allgäu und Bregenzer Wald, ober aber das zentralpine Tiroler Klima. Nur in diesem Winter war alles anders!!!!!
Die Masse an feuchtem Schnee kam von Süden und nördlich des Inns kam zunächst kaum Schnee an. Die wenigen cm haben sich aufbauend umgewandelt, wie ich bei meiner Skitour am 8.12. 2019 auf den Schochen bei Hinterstein festgestellt habe. .
Danach folgten einige, nicht all zu starke NW Staulagen, die auch dem Allgäu und dem Lechtal Schnee brachten. Dazwischen gab es immer wieder einige kräftige Föhnlagen mit Tauwetter bis über 2000 m hinauf.
So: Jetzt liegt also zunächst mal flächig Schwimmschnee am Boden, überdeckt von gebundenen Schnee. Wir sprechen von einem Altschneeproblem. Vielfach haben Föhn, Tauwetter und Sturm den Schnee ordentlich umgewandelt, so dass dieses Problem bald weitgehend verschwunden war. Aber nicht überall. Die Freispitze ist fast 2900 m hoch, liegt in keiner Föhnschneiße, das Dreischartelkar ist ein abgeschirmtes, konkaves Kar. Sprich hier konnte sich das Altschneeproblem halten. Irgendwann zwischen 27.12. und 3.1. muss sich dann diese Lawine selbst ausgelöst haben. An anderen Stellen im Allgäu und im Lechtal haben sich durch Föhn, Tauwetter, Wind, Luftfeuchte schon bald die üblichen, meist gutartigen Alpenrandverhältnisse eingestellt. Nicht aber da hinten im Maudau.
Da dort hinten außer den Jägern niemand ist und niemand gräbt, hatte der Lagebericht von Tirol auch das Altschneeproblem nicht mehr auf dem Schirm. Wie auch, wenn sie keine entsprechenden Informationen erhalten.
Zum selber googlen: Altschneeproblem, Lawine Seebleskar, Lawine Jochgrubenkopf
Es war wohl eine ähnliche Situation wie 2017 im Seebleskar. Im Seebleskar und weiter zum Großstein waren wir übrigens am 6.1.2019. Wir hielten oben große Sicherheitsabstände. Die Tour wurde zuvor schon am 2.1. gemacht. Auch weitere Touren wurden dort unternommen. Da es, auch in sehr steilen Touren zu keinen Vorfällen kam, gehe ich von einem lokalen Problem im Madautal aus.
Hier hilft eigentlich nur, auf Tour in die Schneedecke zu schauen.
Falls du auf facebook bist: Hier gibt es eine "Lawinengruppe"
https://www.facebook.com/groups/lawinen/
Es wäre meiner Ansicht nach sinnvoll, wenn du diese Info auch der Allgmeinheit zugänglich machen würdest. Bei stabilen Hochdruckwetter und Stufe 1 wird der eine oder andere sich doch den Traum einer Lechtaldurchquerung erfüllen wollen. Im Bereich der Memminger Hütte, Patrolscharte, Augsburger Weg usw. sehe ich nach dieser Info Probleme.
Gruß Kristian