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06.09.2008 Rote Platte "Weg der bunten Steine" - Druckversion

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06.09.2008 Rote Platte "Weg der bunten Steine" - Zwerggäuer - 07.09.2008

Das Lechtal steht mit der Freispitze für abgeschiedene Kletterei an super Fels, wem es aber an der Freispitze noch zu viele Leute hat, dem sei ein Weg ins Alperschontal empfohlen. Hier ist man wirklich unter sich. Egal ob man an die Fallenbachspitze oder seit neuestem an den mächtigen Westpfeiler der Roten Platte geht.

Rote Platte war unser Ziel, 2002 beendeten die Brüder Schafroth ihre Erstbegehung "Weg der bunten Steine" . Sie wird von allen Wiederholern hoch gelobt, das wollte ich mir auch anschauen.

Ich konnte Niklas rekrutieren mich zu begleiten. Der Föhn sollte uns einen schönen Samstag bescheren, daher fuhren wir bereits Freitagabend nach Bach und nachts noch mit dem Rad bis an die Alperschon.

Nachdem wir im dunkeln den Fußweg nicht gefunden haben, biwakieren wir schon bald nach der Alpe an einem schönen Grasrücken direkt am Fluss. Der Föhn bläst kräftig, es ist echt sehr warm, Niklas freut es, denn er hat seine lange Hose daheim vergessen.

[Bild: 5_Biwak_6.jpg]

Schon früh sind wir auf dem Weg zur Wand, auf der linken Talseite leitet ein breiter Weg bis zum Bach der von der Roten Platte herunter kommt. Auf seiner rechten Seite gelangt man sehr offensichtlich in ein trockenes Bachbett von hier ganz logisch unter die Wand. Schon hier erhebt sich der Peiler sehr mächtig vor einem, ich hätte es nicht so überwältigend erwartet.

[Bild: 5_Rote_Platte_Westpfeiler_1.jpg]

Hier ist ein guter Biwakplatz unter einem großen sehr auffallenden Hinkelstein, aber nur für 2 Personen, es gibt auch keine guten Alternativen hier oben.

Weiter durch die Schotterfelder erkennt man bereits wo diese Tour u.a. ihren Namen her hat.

[Bild: 5_WdbS_1.jpg]

Das erste Stück einen kleinen Vorbau hoch, kommt bald schon unter aufstrebenden Rissen der erste Stanplatz. Den übersehen wir aber und klettern ohne Seil links am schweren Gelände vorbei bis wir unter eine steile kompakte Wand kommen. Diese ist mit Überhängen gespickt, ich bin etwas gespannt wo es lang geht. Aber erstens ergibt die Querschichtung des Felsens riesigen Schubladen zum Greifen und 2. ist die Linienführung genial und schlängelt sich elegant durch die Überhänge.

Niklas im Nachstieg.
[Bild: 5_nic_2Sl_1.jpg]

Die nächste Länge beginnt überhängend aber an Bierhenkeln erster Güte, unglaublich.
[Bild: 5_nic_3Sl_1.jpg]

Eine kurze 3er Länge bringt uns an die Hauptwand. Rechts die gelbe überhängende Hauptwand vor und eine steile Platte, das aufwärmen ist nun vorbei. Diese Länge ist mit 7+/8- der erste Prüfstein, wir können es beide auf anhieb ohne ruhen klettern, das gibt Aufwind, ich bin mir aber schon bewusst, das mich die 8er Längen härter Prüfen werden, zudem die Kletterei deutlich steiler ist als ich dachte.

[Bild: 5_nic_5_Sl_1.jpg]

[Bild: 5_nic_5Sl_1.jpg]

Eine kurze 5 und eine schöne 6 führen zu der sehr steilen 8er Länge.

Niklas noch in der 6.
[Bild: 5_Stef_7SL_1.jpg]

Nun darf ich in die 8, gleich die ersten Züge sind schwer, dann geht’s gut, bis sich die Wand immer weiter aufsteilt. Nun sieht es unkletterbar aus, aber mit einem leichten Linksquergang ereicht man eine schwarze Leiste und an Rissschwarten geht es überhängend mit brutal dynamischer Kraftkletterei an den nächsten Stand, da geht einem ja schier einer ab. Nur Saft hat mich die Länge jede Menge gekostet.

[Bild: 5_Stef_8SL_1.jpg]

Niklas nimmt sich die 7+ vor, die hat’s mal in sich....eieiei.

Nun stehen wir unter der Headwall, sehr beeindruckend, man muss als Erstbegeher total Gaga sein hier rein zu klettern, Respekt!!

Die 6+ löst sich aber noch schön, der Fels ist so rau das es weh tut.

[Bild: 5_Stef_11SL_1.jpg]

Nun die 2. 8er Länge, danach noch eine 8- und wir wären am Wandbuch. Wo wir auch geplant dann Abseilen würden.

Die 8 beginnt fulminant, mit einem kleingriffigen Quergang, absolut meine Kletterei. Noch bin ich allerbester Dinge.

[Bild: 5_Stef_12SL_1.jpg]

Dann aber zieht es kleingriffig und überhängend weg. 2 Haken schaffe ich noch, dann ist der Saft total draußen, selbst das tiefe greifen in die alpine Trickkiste hilft nicht mehr.

So treten wir den Rückzug eine Seillänge früher an als geplant, aber ohne schlechtes Gefühl, was die Tour bisher geboten hat war der Oberwahn. Ins Wandbuch schreibe ich mich halt nächstes mal Wink .

Erst beim abseilen wird einem die Steilheit der einen oder anderen Seillänge so richtig bewusst.

[Bild: 5_nic_Abseil_1.jpg]

Ciao Stef.